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dem Feuer der Maschinengewehre und der L. Kompagnie in wilde Flucht über, Tote, Hausrat und Vieh zurücklassend.
Um 3 Uhr nachmittags war Otjosongombe frei vom Feinde und das Gefecht beendet
Gefallen waren von der Ostabteilung: ein Offizier, zwei Mann; verwundet: ein Offizier, acht Mann.
Die Abteilung von Estorff, mit der das Bataillon von der Heyde vereinigt worden war, trat die Verfolgung an.
Die Verluste des fliehenden Feindes an Menschen und Vieh waren erschreckend. Am Wege überall Verwundete, Tote, weggeworfene Waffen, stehengebliebene Wagen usw. In den verlassenen Pontoks blieben Weiber, Kinder, alte Leute, bald wehklagend, bald in stumpfsinnigem Brüten. Es waren entsetzliche Szenen. Mit ängstlichem Gebrüll irrten allenthalben ziellos Hirtenlose Herden umher. Am ganzen Wege von Hamakari bis Okosondusu lag totes Vieh. An einigen Wasserstellen waren die Wasserlöcher voll Viehkadaver. Zum Beerdigen ihrer Toten fanden die Hereros wenig Zeit; so luden sie die Leichen auf Wagen, führten sie hinweg und begruben sie, wenn Ort und andere Umstände es erlaubten. Es wurde ein tiefes, mit Hereroleichen ausgefülltes und dünn mit Erde bedecktes Wasserloch festgestellt.
Die Verfolgung war mit vielen Schwierigkeiten verbunden, namentlich im Hinblick auf
die erschöpften Pferde und Maulesel. Der schlechte Zustand der Zugochsen und die schlechten Wege verursachten große Beschwerden beim Transport von Lebensmitteln.
Die fliehenden Hereros sind so weit in die Sandwüste getrieben worden, daß wir aus Mangel an Wasser und Proviant umkehren und viele Hunderte Hercros verhungern und verdursten mußten.
Die 2. Kompagnie ging mit General von Trotha nach Windhuk.
Inzwischen wurden die Hottentotten aufständisch, und die 2. Kompagnie mußte nach dem Kriegsschauplatz im Süden sich in Marsch setzen.
Peter Roisa, Feldwebel d.L.Il d. Kaiser!. Schutztruppef.D.-Südwest- afrika, z. Zt. Wolsenbüttel.
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Feldwebel Rossa.