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fehl, mit zwei Zügen den Hang südwärts zu ersteigen, um oben der
2. Ersatzkompagnie die Hand zu reichen. Dieser Befehl kam aber schon zu spät. Im Kreise befand sich kein Widerstand leistender Feind mehr. Was nach der Schlucht zu geflohen war, war tot oder gefangen, was nach oben geflohen war, entkommen. Ersteres waren meist Hottentotten, letzteres meist Kaffern.
Die Hottentotten waren feige gewesen, die Hereros zum Teil tapfer.
Mein Freund vom
3. September mit dem schönen Khakirock stand auf einer kleinen Anhöhe, dirigierte von dort seine Leute und beantwortete unser Schießen mit höhnischem Lachen.
Unsere Verluste wurden mir um 8,30 Uhr auf keinen Toten und sechs Verwundete, also sehr günstig, gemeldet. Um
9 Uhr ging ich zu Major Meister und machte ihm vom Stande des Gefechts Meldung. Ich hielt die Lage noch immer für sehr günstig, da ich der Ansicht war, daß die Abteilung von Uthmann die Flüchtlinge in Empfang nehmen würde. Um 9,30 Uhr kam Major von Uthmann selbst aus der Namib herauf. Ich sprach ihm mein Bedauern wegen des Schießens seiner Halbbatterie aus?) Um 10 Uhr befahl ich: „Alles geht in breiter Front nach der Schlucht zu, Gefangene und Vieh vor sich hertreibend!" Um 10,30 Uhr ließ Meister das Signal „Adjutantenruf" blasen und übernahm den Befehl. Meine Rolle war zu Ende."
Aus dem Tagebuche des Majors Maercker.
0 Das Generalstabswerk sagt hierzu: Oberleutnant von Boetticher (Abteilung von Uthmann) hatte von der Stellung seines Geschützes aus Bewegung in der feindlichen Werft zu bemerken geglaubt. Da ihm jedoch kein Heliograph zur Verfügung stand, konnte er sich nicht über die Lage der Abteilung Maercker unterrichten. Jede weitere Verzögerung für untunlich haltend, eröffnete er das Feuer. Dadurch wurde die fast gelungene, völlige Umzingelung der Hottentotten vereitelt.
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Major Maercker.
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