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Der Heldentod des Grasen Wolf Werner von Arnim.
Über den Heldentod des in einer Reihe von Beiträgen genannten Leutnants Grafen Wolf Werner von Arnim die begleitenden Umstände zu erfahren, wird allen Offizieren, die ihn kannten, den Reitern, die ihn liebten, und jedem deutschen Manne des Volkes in Waffen, der ihn bewundert, von Interesse sein. Es soll deshalb aus dem Gefechtsbericht des Hauptmanns Puder über den 11. August der den Tod des Grafen von Arnim betreffende Abschnitt hier Platz finden:
„Als die Abteilung von der Heyde am 11. August gegen Hamakari zum Angriff vormarschierte, hatte sich Leutnant Graf von Arnim, der am Vormittag von der Abteilung vonMühlen- fels als VerbindungsPatrouille angekommen war, dem Vormarsch angeschlossen. Im Laufe des Gefechts lagen die vordersten Schützen, Teile der 5. und 7.Kompagnie, im dichtesten Dornengebüsch im Gefecht gegen die zirka nur 30 Schritte entfernten Hereros. Da die Hereros von drei Seiten angriffen, waren die Schützen zu einem Halbkreis herumgeschwenkt.
Als ein Angriff der Hereros, die bis auf sechs Schritte herangekommen waren, abgeschlagen und momentan nur vereinzelte Schüsse von hohen Bäumen auf uns fielen, hörte ich hinter mir eine laute Stimme sprechen: „Ach, dir armem Kerl hilft ja keiner, ich werde dir helfen." Ich drehte mich um und erblickte zirka drei Schritte hinter mir Leutnant Grafen von Arnim im Begriff, sich das Gewehr umzuhängen, um sich über einen Verwundeten zu beugen. Ich rief ihm zu: „Hinlegen, Herr Graf, die Hereros greifen wieder an!" Ehe ich die Worte ausgesprochen, wurden wir von drei Seiten heftigst beschossen, und ich sah Leutnant Grafen von Arnim niederstürzen; er hatte einen Schuß durch beide Oberschenkel erhalten. Nachdem auch dieser Angriff glücklich abgeschlagen, drehte ich mich wieder nach Graf von Arnim um. Ich erblickte ihn halb aufgerichtet liegen. Einen Moment darauf sah ich ihn hinfallen und regungslos liegen bleiben.
Graf von Arnim hatte einen zweiten Schuß in die linke Brustseite, wahrscheinlich Herzschuß, erhalten, durch den er wohl sofort getötet war."
gez. Puder,
Hauptmann und Kompagniechef im 1. Feldregiment
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„Wenn das die Kerle gewußt hätten!"
Am 7.Januar 1905 (kurz vor dem Gefecht von Kurikuribis), ritten wir — 10 Reiter — unter Führung des Leutnants Fürbringer abends 6 Uhr von Zwartfontein ab, um Verbindung mit der Kolonne Meister zn bekommen. Wir ritten der Sicherheit halber nicht auf der
Leutnant Graf Wolf Werner von Arnim.