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Hauptmann Kirchner und Leutnant Fürbrittger, und 26 Verwundete —), während der Nacht in kurzer Zeit eiue große Strecke in fast ungangbarem Gelände zurückzulegen, um unseren beiden Abteilungen, welche von Süd und West anrückten, entgegenzutreten. Durch die zahlreichen Grasbrände auf dem hohen, flachen Plateau westlich der Narudasschlucht versuchte Morsn ga unsere Westabteilung am schnellen Vormarsch am 10. März zu verhindern und Zeit zu gewinnen, mit jeder Abteilung einzeln abzurechnen.
Die angelegten Grasbrände erloschen jedoch infolge Mangel an Nahrung bis zum 11. März früh und ermöglichten somit einen weiteren Vormarsch unserer Westabteilung, die eben zu rechter Zeit in Narudas eintraf, als Morenga mit seiner Haupttruppe mit der Abteilung von Kopph in ein Gefecht verwickelt war.
Der Widerstand der Hottentotten, die unserer Westabteilung am Nordausgang der Narudasschlucht entgegentraten, war nach wenigen Stunden gebrochen, wobei die Lage für Morenga und seine vereinigten Kriegsleute sehr kritisch wurde.-
Der weitere Vorstoß der Abteilung von Kamptz am Mittag des 11. März mit der Linksumfassung der Kompagnie von Stocki brachte durch den Rückangriff, der gegen die Abteilung von Koppp kämpfenden Morengaleute eine Wendung, welche für Morenga und sein ganzes Volk verhängnisvoll wurde, da sein ganzes Lager zwischen zwei Feuer kam.
Durch dieses Zusammenwirken unserer beiden Abteilungen gelang es, die ganze Habe Mvrengas, nahezu 8000 bis 10000 Stück Vieh, 25 teils gesattelte Pferde, drei Wagen und nahezu 100 Weiber, in unsere Hände zu bekommen-.
Sofonias Theus,
ehem. Sergeant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestasrika.
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Aus der Spur Morengas.
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„Morenga ist verschwunden!"
Am 26. April 1905 bei Ganams in den Großen Karrasbergen.
„Morenga ist verschwunden!" Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht durch das Lager! Die Ostertage waren vorüber, nun sollte von neuem das Blutvergießen beginnen! Uns war das ja gleich, denn ohne eine Kugel pfeifen gehört zu haben, wollte keiner in die Heimat zurückkehren. — Unsere Kompagnie bekam den Auftrag: „Durch eine stärkere Patrouille den Verbleib des Gegners feststellen!" Um 3 Uhr früh rückten wir ab, 30 Gewehre stark, unter Führung des Herrn Leutnants von Detten.
Durch Klippengeröll, über Berge uud Täler ging der Weg, sehr oft mußte abgesessen und geführt werden. Schon um 8 Uhr erblickten wir östlich von uns auf etwa drei Kilometer Entfernung eine Anzahl feindlicher Feuer. Eine Meldung wurde sofort ans Detachement geschickt. Wir dagegen rückten noch einige 100 Bieter vor und sattelten ab. um die Tiere
Sergeant Sofonias Tgeus.