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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Links und rechts sah man schon Rotz und Reiter liegen."

Am 22. Mai 1904 langten wir an unserem Bestimmungsort an. Die Brandung in Swakvpmund war so stark, daß wir nur mit Lebensgefahr gelandet werden konnten.

Jeder brannte vor Ungeduld, mit dem verhaßten Feinde zusammenzutreffen, doch noch lange sollte es ein frommer Wunsch bleiben. Endlich nahmen wir die Verfolgung auf, und nach schweren Märschen erreichten wir den Feind am Waterberge. Unsere 11. Kompagnie unter Hauptmann Gansser, die zur Abteilung des Majors von Mühlenfels gehörte, hatte schon viele Leute und Pferde zurückgelassen, die nicht mehr vorwärts konnten. Am 11. August blitzten die ersten Kanonenschüsse.

Todesschauer ging durch die müden Reiter; denn jeder war sich bewußt, es geht auf Leben und Tod. Geschosse zischten schon durch unsere Linien. Wir standen 4000 Mann gegenüber.

Es war ein heißes, schweres Ringen um die Wasserstelle Hamakari. Unser Haupt­mann Gansser stürmte vor, wurde aber durch den Kops geschossen; die Kompagnie nahm aber die Wasserlöcher, trotzdem auch Oberleutnant Streccius verwundet war und Leutnant Leplow siel.

Mit fürchterlichemHurra Dütschmann!" kamen uns die Herervs entgegen, aber sie konnten unsern Kugeln nicht widerstehen.

Abends 8 Uhr ging alles zurück. Am dritten Tage begann die Verfolgung. Nur Weiber, Kinder und Vieh ließen die Schwarzen zurück mau konnte kaum durch. Die Wasser­löcher lagen voll totem Vieh aber mutig ging's weiter.

Links und rechts sah man schon Roß und Reiter liegen, die nicht mehr weiter konnten. Ein Schluck Wasser, und zu Fuße ging's wieder vorwärts das Pferd blieb liegen. Abends konnten wir nicht weiter. Wir hatten entsetzlichen Durst und Hunger. Fleisch war genug da, aber kein Wasser zum Kochen. Da wurde das Fleisch in das offene Feuer geworfeu und so gebraten.

Noch nachts ging's dann wieder zur Wasser­stelle Hamakari zurück. Mancher Offizier und Reiter hätte sich lieber den Tod gewünscht, als noch weiter! Aber das Losungswort hießVorwärts!"

Die Verfolgung begann. Die Schwarzen waren in das Sandfeld geflohen wir zogen ihnen nach. Leichen, von den Schakalen angefressen, be­zeichneten die Spur.

Erst am 17. September langten wir wieder in Otjosasu an und bekamen drei Monate Erholung.

Wie der einzelne Mann sich dein Tode geweiht hat, darf ich für mich behalten. Es wird kaum bekannt werden, was der deutsche Soldat dort geleistet hat.

Anton Weßler,

ehem. Reiter der 11. Komp. der Kaiser!. Schutztrnppe f. D.-Südwestafrika.

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Reiter A»t»n Wetzler.