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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Der Feind hatte die Flucht nach den schwer zugänglichen Oranjebergen genommen, und es begann nunmehr ein mühsames Suchen und Verfolgen desselben, bis es Oberleutnant Böttliu mit seiner Bastardabteilung am 12. Dezember gelang, einen Teil der Hottentotten bei Hartebeestmund zu stellen.

Dr. Schvpwinkel,

Oberstabsarzt der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

WM

WE M

Patrouille durchreitet den Lmaruru.

Patrouillenritt im Hererolande.

Im welkenden Grase wieget ein Traum den Reiter in lockende Ferne,

Des Himmels Zeltdach decket ihn zu und die eisig blinkenden Sterne,

Der flammende Gurt des Orions strahlt, und das Kreuz es glimmet im Süden,

Und der Sirius glitzert so kalt und fern, so höhnisch herab aus die Müden.

Eine eisige Nacht, sie schneidet und sticht durch den Woilach wie spitzige Klingen. Die Kälte umklammert das Steppenland als Kette mit eisernen Ringen,

Und schon verklingt der Hyäne Gekreisch und des Schakals heulende Klage,

Und ein flackerndes Glimmen am Horizont bringt Kunde vom nahenden Tage.

Und die Kette klirret dem weidenden Pferd an dem rastlos scharrenden Hufe,

Im dornigen Baume das Perlhuhn erwacht mit lautem, hellgackerndem Rufe,

Des Lagerfeuers verglimmende Glut schließt ihre funkelnden Augen,

Von dem Sattelkissen erhebet den Kopf der Schläfer die Träume verrauchen.

Und den Woilach schleudert er von sich und sieht der Büsche starre Silhouetten, Die blattlosen Bäume im Tagesgraun mit ihren Dornenskeletten.

Noch klirret im Wasserbeutel das Eis mit seinen harten Kristallen,

Doch nach einer Stunde schon drückt voll Wut die Sonne mit glühenden Krallen.