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Vor dem Lager der Bondelzwarts.
WM
des geschlagenen Feindes zu folgen und nach dem Verbleib desselben auszuspähen. Mit hoher Begeisterung und übermenschlicher Freude wurde von uns dieser Befehl aufgenommen; wußten wir doch jetzt, daß wir unseren Waffenbrudern mithelfen konnten und unsere Hilfe nicht unterschätzt wurde.
Unsere Bastardabteilung, eine Eingeborenenkompagnie, bestand aus 70 aus der Umgegend Reh oboths zusammengesuchten Bastardreservisten, die sich selbst beritten gemacht hatten, und die sich nun während des Marsches unserer militärischen Ausbildung wieder unterziehen mußten. Wir alle, die wir der Abteilung angehörten, waren erfreut über die guten Fortschritte, die diese Soldaten machten; wir wußten ganz genau, im Falle der Not waren sie zuverlässig und treu und deutsch.
Am 3. Dezember 1903, frühmorgens, rückten wir vor. Die vorgeschobene Spitze ritt langsam, bedächtig und weit ausgeschwärmt, jeden Hügel vorsichtig nehmend; jedoch ohne besondere Ereignisse langten wir am 5. Dezember am Bestimmungsplatze an.
Wie traurig, wie öde war der Platz! Kein Futter, kein Grashalm für Pferde und Ochsen, und wie sollte nun für unsere Tiere gesorgt werden! Etwas Hafer wurde durch Proviantwagenkolonnen nachgeschoben, aber wie mußte gespart werden mit den Rationen! Eine Patrouille, die noch mit den besten Pferden der Kompagnie ausgeführt wurde, war ergebnislos ausgefallen.
II.
Die Freiwilligen unter Oberleutnant Böttlin.
Am 9. Dezember 1903 waren wir von Ramansdrift von Streifpatrouille zurückgekehrt, und schon am folgenden Tage sollte eine erneute Rekognoszierungspatrouille nach den Oranjerivierbergen vorgeschoben werden, die — wie vermuten ließ — auf den verborgenen Feind stoßen mußte.
Freiwillige aus dem ganzen, inzwischen von Warmbad eingetroffenen Süddetachement sollten sich melden, und Führer dieser mutigen, auserwählten Schar sollte der Oberleutnant Böttlin sein. Als führender Unteroffizier dieser unberittenen Patrouille wurde ich, Feldwebel Otto Rolle, auserkoren und erhielt gleichzeitig als Diensttuender den Befehl, die Anordnungen
Deutsche Reiter in Sndwcsi, 27