206
Dieses Gefecht, in dem besonders die rücksichtslose Verfolgung anzuerkennen ist, bedeutete somit eine reichliche Entschädigung für die vorausgegangenen Mühen und Strapazen unserer Leute.
Außer dem Tode eines ihrer bedeutendsten Führer zählte man beim Gegner 23 Gefallene. 7 Gewehre, reichliche Munition, 4 Pferde und 15 Reitochsen wurden erbeutet.
II.
Im Nachtkampfe bei Gubuoms.
5. Dezember 1905.
Nach dem Gefecht zerstreuten sich die Manasseleute, hielten sich jedoch noch versteckt in der Kalahari auf. Leutnant Wende, der damit beauftragt war, festzustellen, wo der Gegner geblieben sei, meldete dem Oberleutnant von Madai bald darauf, daß die Hottentotten sich wieder gesammelt hätten. Sie seien in Tugais, einer Wasserlosen Pfanne, fünf Stunden südöstlich Gubuoms, und durch ihre völlige Erschöpfung gezwungen, in Gubuoms zu tränken.
Oberleutnant von Madai beschloß daher, den Feind im Morgengrauen zu überfallen und marschierte am 5. Dezember abends vpn Toasts ab.
Zum Verständnis des folgenden Gefechts muß mau sich vergegenwärtigen, daß der Hottentotte, wie sich in einer ganzen Anzahl von Gefechten zeigte, im Gegensatz zu der Gepflogenheit der Herervs, den Nachtkampf keineswegs scheut. Er ist vielmehr in der Abenddämmerung und während der Nacht ganz besonders unternehmend. Seine geschickte Taktik, sich an den Feind heranzuschleichen und einen ahnungslosen Gegner zu überfallen, kann er am besten im Schutze der Dunkelheit anwenden.
Wie schon erwähnt, nötigte überdies der Wassermangel die Hottentotten, nachts an die Wasserlöcher heranzukommen. Das führte zu dem folgenden Kampfe.
Die Abteilung von Madai marschierte durch sehr unübersichtliches Gelände, durch Busch, hohes Steppengras und hohe Dünen. Die Spitze, unter Leutnant Wende, hatte soeben, kurz nach 9 Uhr abends, die Wasserstelle Gu- buoms Passiert, als sie plötzlich im Busch auf zahlreiche Simon-Copper-Leute stieß, die Wasser holen wollten.
Sofort sprang alles, Freund und Feind, von den Pferden herunter, und es entwickelte sich ein äußerst heftiges Feuergefecht. Gleich bei den ersten Schüssen wurde der Führer der Spitze, Leutnant Wende, verwundet, konnte aber in der Schützenlinie bleiben.
Für die kleine Abteilung entstand nun angesichts der großen Überlegenheit des Feindes eine sehr kritische Lage.
Oberleutnant von Madat.