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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Ein Palrouillenritt.

.Schnell war ich herunter vmn Pferde . . . . und hatte den Baum erklettert."

10. August 1904 am Waterberg.

Aus den Aufzeichnungen des schon durch seinen Anteil am Feldzuge in Ostasien und seinen Ritt quer durch Asien so rühmlich bekannt gewordenen Oberleutnants Erich von Salz­mann kann, des Raumes wegen, nur eine kurze Episode gebracht werden, die aber in ergreifender Weise zeigt, was ein deutscher Reiter an Initiative und fast mit Frohsinn er­tragenen Leiden für das Vaterland leisten kann.

Wir saßen ab und Exzellenz (von Trotha) wurde von uns auf den Termitcnhaufen hinausgehoben, ich kroch mit hin­auf und erklärte ihm nun die Gegend. Vor uns lag das Panorama der Waterberge, zur linken der Kleine Water­berg, in der Hererosprache der Okawakaberg, dann kam der drei Kilometer breite Omnweroumuepaß, den das vor­marschierende 2. Feldregiment sperren sollte, und dann an­schließend mit seinen schroffen, unersteigbaren Steilhängen der Große Waterberg, dessen rote Felsen im obersten Steilhaug man gut erkennen konnte. Am Fuße ragten im schmalen Streifen weiße Nebelschleier, die ein Unkundiger für Rauch halten konnte. Im übrigen präsentierte sich das Gelände auf die Berge zu als eine unendliche graugrüne Fläche: der Busch, aus der nur vereinzelt hohe Feigenbäume herausragten. Der Anblick ist etwa so, als ob man in der Heimat von einem Aussichtstnrm auf dichten Laubwald herabblickt. Ich erklärte nun Sr. Exzellenz die einzelnen Punkte. Da lag im Paß Omuweroumue, dann unter einem scharfen Einschnitt im Plateau die Station Waterberg selbst, weiter nach Osten zu Otjosongombe und all die anderen Orte mit unaussprechlichen Namen, die meist nur eine Wasserstelle bedeuten, an der man achtlos vorbeireitet, wenn man ihre Lage nicht genau kennt, oder aus sonstigen Anzeichen darauf schließt, daß Wasser in der Nähe ist. Meist sind es die vielen verschiedenen Vögel, die die Nähe des Wassers verraten: entzückende bunte Tigerfinken, Webervögel in ganzen Kolonien, kiebitzähnliche Vögel, Blau- stare und unzählige andere Arten, deren Namen ich nicht kenne, auch graue Kakadus mit hochstehendem Schöpf, dann Pfefferfresser mit riesig krummem Schnabel, auch der Warner, der Korran, ist häufig. Jede Patrouille fürchtet ihn, denn