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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Wie der Wind war ich vom Baum herunter und ohne Bügel auf meinem Schimmel. Mein Bestreben war, so schnell wie mög­lich zurückzu­reiten und zu warnen; denn im dichtenBusch war eineÜberraschung des gesamten Stabes natürlich sehr leicht mög­lich, und es hätte dieselbe Kata­strophe eintreten können, wie am

13. März bei Owikokorero. Schärfste Gangart reitend, erreichte ich die Straße vielleicht 300 Meter vor dem Termitenhaufen, an dem der Stab gehalten hatte. Zugleich erhielt ich von links und von hinten starkes Feuer. Die Hereros hatten augenscheinlich versucht, mich abzuschneiden. Gleich einer der ersten Schüsse traf mein Pferd hinten durch die Keulen. Es knickte einen Moment zusammen, ging aber sofort weiter. Das Feuer verstärkte sich noch. Ich sah, bis auf den Pfcrdehals heruntergebeugt, links, gar nicht weit, einzelne Schützen stehen. Es ging nun ums Leben, das wußte ich genau; denn fiel mein Pferd, so schlugen sie mich sofort mit dem Kirri tot. Ich ritt daher, was ich konnte, und, obwohl es nur wenige kurze Minuten waren, kam es mir wie eine Ewigkeit vor. Mit einem Male fühlte ich einen schweren Schlag am rechten Fuß, der Bügel flog mir bis zum Hut empor, und der Fuß hing mir wie Blei herunter. Als ich hinblickte, sah ich ein Loch im Stiefel, gerade mitten im Spornriemen, und daraus Blut hervorsickcrn, alsoSchuß durchs Fuß­gelenk". Einen Moment hatte ich doch durch den ge­waltigen Schlag die Balance verloren, hielt mich aber an der Mähne fest, und weiter ging's nun, mit dem linken Fuß allein spornierend; denn der rechte war unbrauchbar. Noch zwei Kugeln erhielt mein guter Schimmel, eine quer durch den Bauch, gerade durch die Gurte, und die andere ins Hoch­blatt. Es war ein bildschöner Blattschuß und da­her ein Wunder, daß der Gaul immer noch ging. Die Kugel muß dicht am Herzen vorbeigegangen sein und wohl die große Blutader verletzt haben. Das Blut spritzte bei jedem Galoppsprnng im hohen Bogen heraus, und mein braver Schimmel sah bald mehr rot als weiß aus. Er hat mir aber so das Leben gerettet. Es war

Oftecke des Waterberges. Patz von Omuweroumue. durch den am 11. August 1901 die Abteilungen Dcimling und von Fiedler vordrangen.

WUÄ

Oberleutnant Erich von Salzmann.