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aber die dritte wurde am nächsten Tage vom Feinde umgangen. Sie verteidigte ihre Stellung bis zum letzten Atemzüge; aber nur ein Mann dieser Patrouille, Reiter Heinz, entkam aus dieser gräßlichen Lage. Mit einem Schuß durch den Arm kam er blutend nach Warmbad und brachte die traurige Nachricht, daß die dritte Patrouille, bis auf ihn, den Heldentod gefunden — dieLeut-
nants von Heydebreck, Schmidt und 13 Mann!-
Zu derselben Zeit kam auch Herr Hauptmann von Koppy von Ramansdrift, der von der ganzen Sache nichts gewußt hatte. Er nahm sofort den Rest seiner Kompagnie und das Geschütz 0/73 und marschierte los. Ein Teil der Leute mußte aber noch Warmbad bewachen, da dort 63 Gefangene Bondel- zwarts und verschiedene Gewehre und Munition waren.
Dreiviertel Stunden nach dem Abmarsch war Hauptmann von Koppy an den Feind heran. Der hinterlistige Gegner, Morenga, der den Überfall ins Werk gesetzt hatte, schickte eine kleine Bande ungefähr 3 Kilometer voraus und ließ die dort sehr geeignete Stellung besetzen, um die Abteilung von Koppy aufzuhalten, damit er mit Vieh und Leuten zurückgehen konnte. Das machte aber der 9. Kompagnie nichts aus. Sie stürmte die steilen Felsen hinauf, unter Hurrarufen und Geschützfeuer, uud verjagte die Schwarzen. Jetzt aber hinterher, und auch gleich zu der Abteilung des Grafen von Kageneck, die bereits eine Nacht und einen Tag in der Hitze gedurstet und gekämpft hat.
„Kinder, haltet aus!" sagte unser Hauptmann von Koppy. Jetzt zählten wir
zwei Geschütze und ungefähr 70 kampffähige Soldaten. Mit Hurra gingen wir vor, und die
Schwarzen mußten unter schweren Verlusten die schöne Wasserstelle Alurisfontein verlassen.
Das war immer so, wenn Hauptmann von Koppy erschien!
Auch von unserer Patrouille waren der Unteroffizier Wannemacher und mehrere
Reiter verwundet. ^ ^ ^
Stanrslaus Kocur,
Unteroffizier der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Dembnica (Posen).
Unteroffizier StanislauS Kocur.
Zwei 16. Dragoner, Oberleutnant von Vrederlow und Leutnant
Götz von Olenhusen.
i.
Die Schlange.
Wir waren im Januar 1905 in Lüderitzbucht gelandet und sogleich zur Besetzung der Stationen am Baiweg ins Innere geschickt worden. Wir zählten 15 Gewehre und richteten uns in Kubub so gut ein, als es gehen wollte. Aus Klippen, alten Kisten und Zeltbahnen bauten wir uns ein Haus, während unsere Pferde draußen in der Steppe weideten.
Diejenigen Pferde jedoch, die zum sofortigen Gebrauch stets zur Stelle sein mußten, hatten wir im Kral in der Nähe der Station untergebracht. Dort fütterten wir sie mit mühsam gepflücktem Gras, doch konnten wir es zunächst nicht hindern, daß bald eines der Tiere ausbrach,