Grootfontein von Nurdweft.
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Überblick gewinnen, weil jeder höchstens seine Nebenlente irgendwo hinter einer Deckung liegen oder kauern sah. Wir waren im Anritt offenbar durch den Feind hindurchgestoßen. Dies Draufgchen hielten die Hereros nicht aus. Schon nach kurzer Zeit hörte ihr Schießen auf, und da im Busch an keine Verfolgung zu denken war, so sammelten wir uns bei unserem Führer. Das ganze Gefecht hatte kaum zehn Minuten gedauert: vier Schwer- und ein Leichtverwundeter aus unserer Seite, dazu einige Pferde tot. Von den Hereros lagen 23 tot auf der Walstatt; später wurden im Busch noch sechs oder sieben mehr gezählt, darunter drei Großleute: Batona von Osondema, die Seele des Aufstandes im Norden, Kamaihama- goani aus Waterberg, und der Führer des Gegners, der „Fechtgeneral", den Samuel Maharero von Okahandja geschickt hatte, mit einer großen weißen Straußenfeder auf dem Hut.
Noch während des Schießens ritt ein leicht verwundeter Freiwilliger im Galopp nach Grootfontein, um eine Karre mit Matratzen und Verbandzeug für die Verwundeten zu holen. Zwei Stunden nach dem Gefecht war sie zur Stelle; inzwischen hatten wir die Verwundeten aus dem Busch an den Rand der Fläche getragen, die feindlichen Toten gezählt und das Gefechtsfcld nach den vorn Gegner verlorenen Gewehren und Patronengürteln abgesucht. Um 3 Uhr nachmittags waren wir wieder auf der Station. Abends starb Unteroffizier Stadler, dem der Unterschenkel zerschmettert war, an Blutverlust und Herzschwäche. Volkmann tat beim Einritt in Grootfontein den Buren einen Gefallen, ohne den der Tag für sie nicht die Hälfte wert gewesen wäre: er ließ im Galopp, das Gewehr auf den Oberschenkel gestemmt, in die Station einrerten. So fordert es die afrikanische Sitte nach einem Siege. Kein Zweifel, daß durch Volkmanns rücksichtsloses Draufgchen der Erfolg so vollständig wurde. Erst später erfuhren wir, daß durch diesen Schlag von Uitkomst den Hereros der ganze Groot- fonteiner Bezirk für immer verleidet war. Mit derselben raschen und umsichtigen Energie, mit der Volkmann die Ansiedler und Viehbestände des Bezirks durch rechtzeitige Warnung und Einholung gerettet hat, war es ihm auch gelungen, den bewaffneten Feind sofort beim ersten Anmarsch derartig zu treffen, daß er das Wiederkommen vergaß.
Dr. Paul Rohrbach,
ehem. freiwilliger Reiter der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
Nach persönlichen Mitteilungen des Hauptmanns Volkmann tat sich der Kriegsfreiwillige Dr. Rohrbach durch besondere Bravour hervor. (D. H.)