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Wie das Wasser kam.
Selbst im Kriege gibt's mal heitere Momente, und man lacht, wenn man nicht zu verknöchert ist. — Wir ritten Patrouille im Knisebtal — am 12. November 1905 — Leutnant Kuntze mit einen: Sergeanten und neun Reitern. Das Flußbett, das Rivier, war vollständig ausgetrocknet, und wir mußten ziemlich weit nach Wasser laufen, da die erste Wasserstelle nur Salzwasser hatte. Leutnant Kuntze, Sergeant Schnur und sechs Mann lagen auf der linken Seite des Riviers, während Reiter Honilliez, Hupfer und ich an der rechten Seite unser Zelt aufgeschlagen hatten. Nachdem ich gegessen hatte, mußte ich auf Weidewache ziehen. Am Himmel war kein Wölkchen zu sehen, die Tiere standen 100 Bieter flußaufwärts im Schatten, ich selbst saß auf einer großen Klippe mitten im Flußrivier. Alis einmal fiel eS mir auf, daß die Tiere so unruhig wurden. Ich horchte und vernahm in nächster Nähe ein starkes Rauschen, das ich zuerst für Sturm hielt, bis ich plötzlich kaum 50 Meter vor mir an der Flußbiegung das Wasser meterhoch anbrausen sah. Sofort lief ich zu Honilliez und Hupfer, um sie zu warnen; sie glaubten mir aber nicht und spielten ruhig ihreu Schafkopf weiter, während ich rasch meinen Sattel und sonstige Sachen ans linke Ufer in Sicherheit brachte. Hierauf lief ich zu Leutnant Kuntze, um ihm zu melden, daß das Wasser käme, und er ausziehen müsse. „Mensch, Sie sind wohl verrückt!" sagte er, indem er mich von Kopf bis Fuß zweifelnd musterte. Ich ging also wieder zurück und sah gerade noch, wie Honilliez und Hupfer ihre Sachen in aller Eile zusammenrafften. Es war auch schon höchste Zeit. Kaum hatten sie den bequemen Ruheplatz verlassen, kamen schon brausend die schmutzigen Wassermassen an, die auch den in der Eile liegen gelassenen Tabaksbeutel Hupfers und meine Spielkarten mitnahmen. Leutnant Kuntze hatte unterdes erkannt, daß ich nicht verrückt war, und er und sein Bursche hatten es höchst eilig, die Sachen vor dem nassen Element zu retten. Als die erste Überraschung vorbei war,
ging's in die schmutzige Flut, zum langersehnten Bade. So lange, bis es hieß „fertig machen", trieben wir uns im Wasser herum und waren fest entschlossen, abends nochmals zu baden. Daß bis dahin viele unfreiwillig baden mußten, ahnten wir noch nicht. Wir ritten ungefähr eine Stunde am linken Ufer entlang, als wir nicht mehr weiter konnten, da vor uns haushohe Felsen direkt bis zum Wasser vorgingen. Wir mußten deshalb auf die andere Seite des Flusses. Während Leutnant Kuntze, sein Bursche und Sergeant Schnur ganz gut hinüber- kamen und nur bis an die Knie naß wurden, kam der Gefreite Maschke ein wenig zu weit nach rechts und mußte bis an die Hüften ins Wasser. Das meiste Pech aber hatte der Gefreite Skrandis, der weiter links reiten wollte. Es ging anfangs ganz gut, als auf einmal unter Wasser ein großer Absatz kam, und Esel samt Reiter hinunterfielen. Skrandis wollte gleich auf die audere Seite, aber er hatte das Pech, mit eiuem Fuß im Steigbügel hängen zu bleiben und kam darum nicht weg. Der Esel zog nach rechts, der Reiter nach links, und
Gesreitcr P. Bergmeicr.