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zusammengebunden und mit Wasser gefüllt. Das bewährte sich dann vorzüglich; denn in jede Zeltbahn gingen 20 Liter Wasser. Auf jedem Ochsenwagen waren 14 Zeltbahnen. So waren aus unsern Proviant-Ochsenwagen Wasserwagen geworden. Überall, wo Wassertonnen aufzutreiben waren, wurden sie herbeigeschafft, um sie zu dem schwierigen Unternehmen zu benutzen.
Am Tage vor dem Aufbruch des Detachements fuhr die erste Staffel in die Wüste, am andern Morgen die zweite, am Nachmittag desselben Tages die dritte. Vor der dritten Staffel marschierte das Detachement. Von nachmittags 3 Uhr bis 12 Uhr nachts wurde marschiert, mit Ausnahme kleinerer Pausen, bis 2 Uhr morgens wurde geruht; während dieser Zeit mußten sich unsere armen Pferde ihr Futter suchen. Dann ging es wieder unaufhaltsam vorwärts, und alles freute sich aus den herannahenden Morgen, wo der Angriff stattfinden sollte, um dem jetzt schon 1^2 Jahr dauernden Kriege ein Ende zu machen.
Um 8 Uhr morgens wurde halt gemacht; bis hierher hatten wir noch nichts vom Feinde gehört noch gesehen, trotzdem wir schon 68—70 Sanddünen überschritten, die ungefähr ein bis zwei Kilometer voneinander entfernt lagen. Von diesem Halteplatz wurde noch eine Patrouille ungefähr 18 bis 20 Kilometer weiter vorgeschickt, die aber leider keine Spuren fand, viel weniger Hottentotten. Nach Meldung dieser Patrouille wurde nachmittags kehrtgemacht, um unsere Pferde bei der uns folgenden Wasserstaffel zu tränken. Auch war den Mannschaften das Wasser, welches mitgenommen worden war, in den Wassersäcken längst alle geworden, und manchem klebte die Zunge wohl am Gaumen fest. Nachmittags 5 Uhr waren wir an der zuerst abmarschierten Staffel. Hier bekam jedes Pferd einen Freßbeutel voll Wasser, in welchen ungefähr sechs Liter gehen. Daß die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften ihren Durst stillten, braucht wohl nicht erwähnt zu werden.
Am nächsten Morgen wurde weitermarschiert, und am folgenden Tage trafen wir in unserm alten Lager ein.
Vollstedt,
z. Zt. Sergeant, 4. Batt. 4. Bad. Feld-Artill.-Negts. Nr. 66,
Lahr.
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Bei der Donkeykolonne.
Ein Briefausschnitt aus Gibeon.
In Gibeon hatten uns die Hottentotten wieder einmal Kleinvieh abgetrieben. Sofort brach eine Patrouille, bestehend aus sieben Köpfen, zur Verfolgung auf, der bald eine zweite, gleichstarke, worunter auch ich mich befand, folgte. Am 16., mittags 12 Uhr, marschierten wir in der glühendsten Sonnenhitze in der Richtung H an aus ab, immer den Spuren der Bockies folgend. Am Abeud stießen wir auf eine von Felswänden verdeckte Wasserstelle. Wir
Serucani 'LivUaeol.
Max Augufttn.