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sahen wir gesattelte Pferde, die am Zaum geführt wurden, und glaubten, daß es deutsche Reiter wären.
Langsam, vvrsichtig umherschauend, ritten wir weiter. Weit und breit war aber nichts als Steine und Dornbüsche zu sehen. Plötzlich erhielten wir von der linken Flanke ein mörderisches Feuer. Wir versuchten, im Galopp zu unserer Abteilung zurückzureiten; aber die Kugeln pfiffen zu dicht. Reiter Reff erhielt sofort einen Schenkelschuß, so daß er zur Erde stürzte.
Das Pferd des Reiters Laas und das meinige waren ebenfalls verwundet, das eine hatte einen Hals-, das andere einen Schenkelschuß erhalten. Wir liefen beide, gedeckt durch die Pferde, den Zurückreitenden nach, um eine günstige Deckung zu erlangen.
Die Hottentotten hatten uns vollkommen abgeschnitten. Wir sahen, daß alle andern an einer bestimmten Stelle aus dem Sattel fielen. Oberveterinär Hagemeier bekam Kopf- und Beinschuß, Unteroffizier Kraatz Kopfschuß, Gefreiter Weimar Herzschuß, Reiter Käseberg Kopfschuß. Alle waren tot, nur Gefreiter Köttgen ritt mit einem Schenkelschuß durch die Feuerlinie bis zum Gros, das dann sofort zum Gefecht vorging. Mein Pferd erhielt weitere fünf Schuß und stürzte tot zu Boden. Nunmehr eröffneten Laas und ich aus der Deckung Feuer gegen die Hottentotten. Bald jedoch erhielt Reiter Laas einen Schuß. Die Kugel riß ihm die Kinnlade weg, so daß auch er kampfunfähig war.
Die Hottentotten versuchten nun, mich zu umzingeln. Ich hatte aber gute Deckung gefunden und mir fest vorgenommen, mein Leben teuer zu verkaufen. Ich schoß ununterbrochen, wo sich nur so ein Wollkopf zeigte, und muß manchen Treffer gehabt haben. Munition hatte ich ja, denn ich verteidigte mich mit den Gewehren der Gefallenen, bis die Abteilung zu Hilfe kam. Nicht eine Patrone siel in die Hände der Schwarzen. Nach zweistündigem Gefecht gaben sie die Wasserstelle frei. Zu den Verwundeten gesellte sich noch Reiter Dietrich. Durch die Gnade Sr. Majestät wurde den Verwundeten und mir das Militärehrenzeichen 2. Klasse verliehen.
Artur Burgemeister,
ehem. Reiter der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Kaub a. Rh.