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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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>ÜL^ A. 5. ckA^es. und zwang den Feind zum

Rückzug. Gegen 3 Uhr nachmittags erhielten die Hottentotten Verstärkung, und es war keine Hoffnung mehr, dasGefecht zuh alten. Wir hatten auf Major Gräser gerechnet, welcher über Au b zu uns stoßen wollte, aber ohne Führer in dem unwirtbaren Ge­lände den Weg verfehlt hatte.Ach wäre es doch Abend und die Preußen kämen!" hörte ich in schwerer Bedrängnis einen Kameraden zitieren. Der Rückzug in der Rich­tung nach Gochas wurde in Ruhe ausgeführt. Ich habe hierbei im stärksten FeuerdenScrgeantHuhn- stock mitgetragen. 2 Kilo- meter westlich von Kei- dorus wurde in guter Stellung haltgemacht. Ich ritt aus eigner Initiative

mit meinem Signalapparat durch die stark gefährdeten Berge nach Gochas ab. Bei Sonnen­untergang hatte ich bereits mit dem Detachement Major Gräser Anschluß gefunden. So konnte ich doch nun der Truppe die Himmelsrichtung andeuten, in der sie zu uns stoßen konnte; denn es wurde Zeit. Der Feind hatte bereits naheliegende Höhen besetzt und auch wohl gemerkt, daß bei uns Munitionsmangel eingetreten war. Am 28. Juni traf Major Gräser bei uns ein, und nun gingen wir vereint vor. Keidorus wurde vom Feinde unter Zurücklasfung von Vieh usw. geräumt.

Am 29. Juni nahm mein verwundeter Führer von mir mit den Worten Abschied:Freistein, Ihnen ist das Schwarz-Weiße sicher!" In der Kompagnie Pichler sind vom 26. bis 28. Juni bei Keidorus noch außer dem Hauptmann den Heldentod gestorben: Reiter Schmidt und von der 9. Kompagnie, Feldwebel Sonntag und Ser­geant Huhnstock. Verwundet wurden von der 1. Etappen- kompagnie: Gefreiter Väth, Reiter Hajduczek, Henke,

Nicklas.

A. Freistem,

ehem. Unteroffizier der Feldsignalabteilung der Kaiser!.

Schutzkuppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Bremen.

c.

Unteroffizier A. Freistem.