Dokument 
Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
Entstehung
Seite
274
Einzelbild herunterladen

si si 5? A? a - 7^7^ ^ >Li ^r« .»j^ iF'it^>^2^.;

274

Heinrich, Mai, Lehnn»»!, nun Diezclskl,, Kutzbach, Hvffmnnn, Lüfte, Neumann, Ackermann, Hentschel.

rri-iit-s

L8kL->4

ÜS'--

Lager. Von Norden her blitzte ab und zu eine Heliographenlampe, die den dunklen Horizont nach allen Seiten absuchte, um Verbindung mit einer anderen Abteilung zu erlangen. Nach Osten war ein starker Feuerschein am Himmel sichtbar, der nur von großen Lagerfeuern her­rühren konnte; da war der Feind, und dort mußten wir vor Sonnenaufgang sein. Ein Posten mit stündlicher Ablösung sorgte für unsere Sicherheit, und bald lag alles in die trefflich schützende Zeltbahn eingewickelt, trotz Sturm und Kälte, in tiefem Schlaf.

Um 3 Uhr morgens weckte der Posten; der Sturm tobte noch mit derselben Heftig­keit, und die Temperatur war noch auf 5 bis 6° 0 unter Null gesunken. Das Wasser in den Säcken war zu Eis gefroren, und die Pferde, die sich gelegt hatten, waren zum Teil so steif geworden, daß wir sie hochheben mußten. Endlich, gegen 4 Uhr morgens, war alles zum Abritt fertig. Nach scharfem Ritt hatten wir wieder den Busch erreicht und befanden uns in wenigen Minuten am feindlichen Lager. Es begann bereits hell zu werden, und die Sonne mußte jeden Moment aufgehen. Die Hereros hatte der Sturm und die Kälte auch nicht lange schlafen lassen; denn sie standen in kleineren und größeren Gruppen um ihre Feuer herum und wärmten sich. Einige von ihnen waren fast unbekleidet, andere trugen unsere Korduniform und Gewehre. Ein großer Ochsenwngen, auf dem der Kapitän seine Habe mit sich führte, stand dicht in der Nähe, und in verschiedenen Dornkralen brüllte das Vieh. Aber lange durften wir dieses Schauspiel nicht bewundern, da wir schnell bemerkt wurden und nicht abwarten wollten, bis man uns mit einigen Kugeln begrüßen würde. Im dichten Busch ließ sich die Erkundung nicht weiter ausdehnen, zumal wir beim Versuch einige schlafende schwarze Wächter fast überritten hätten. Daher kehrten wir um und erreichten den alten Lagerplatz, von wo aus Meldung nach Oparakane gesandt wurde.

Aus:Patrouillenritte in Südwestafrika" von O. von Diezelsky, ehem. Oberleutnant im 2. Feldregiment der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.