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dem Platze lagen. Die Hereros waren bereits in umfassendem Angriffe auf 150 Meter heran. Auch das Maschi- nengeschütz, dessen Führer, Leutnant vonStülp- nagel, verwundet war, stand in bedenklicher Gefahr. Gelang die Umgehung, dann war die Situation äußerst kritisch; denn der Feind zählte weit über 1000 Mann. Das alles hatte Hauptmann Franke im Augenblick übersehen. Herunter von den Pferden und Aufpflanzen des Seitengewehrs! Und dann — Hauptmann Franke voran, wie immer — ging's mit „Hurra!" auf den ganz überraschten Feind. Nichts hatte die Bande von uns vorher bemerkt, und wohl kaum wußten die nun unter furchtbarem Gebrüll Fliehenden, welchen paar Männerchen sie das Feld räumten. Aber Hauptmann Franke ließ sie nicht zum Nachdenken kommen. Immer dicht auf blieben wir, bis zum Omarururivier, und dann schickten wir ihnen noch nach, was wir nur laden konnten. Es war eine Freude, das zu erleben.
Aber der Feind war jetzt mürbe. Major von Estorff sammelte so schnell wie möglich alles, was noch schießen konnte, und griff, erst in einen: trockenen Rivier, dann in einem Felsspalt vordringend, jetzt die Wasserstelle an. Wir waren alle am Verdursten und wußten, was wir gewinnen sollten. „Ob
Wasserstelle Otjihinamavarero.
wir fallen oder verdursten, das ist dasselbe," sagte einer meiner Kameraden, „darum nur vorwärts!"
Unaufhaltsam drangen wir vor, kein Feuer respektierend. Die Geschütze halfen den Feind erschüttern, und die zwei Züge unserer Kompagnie an dem Koppje schickten in des Feindes Flanke, was sie an blauen Bohnen noch hatten. Das Maschinengeschütz ging mit vor und vernichtete die Verteidiger des Felsenwinkels, in dem die Wasserstelle lag. Mit „Hurra!" ging's dann drauf, und uns gehörte der Platz. Die Verfolgung währte, bis die Nacht anbrach. Mancher deckte noch den heißen Boden des Riviers.
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