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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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ihm will man an den Kragen. Schnell hat er die veränderte Lage erfaßt, mit lautem Grunzen fast klingt es wie Lachen gestattet er einen Augenblick den Anblick seiner schöneren Seite und ist verschwunden.

Die glühenden Strahlen der Mittagssonne heben leider nur zu bald die Wirkung des kühlenden Wassers wieder auf. Aber oft werden die Jagdgenossen noch sehnsüchtig dieses Bades gedenken. Der kleine Bastardjunge Georg, der vielgeprüfte und gepriesene Küchenchef, nimmt mit großen Augen die seltene Fischbeute in Empfang, die er gleich in delikater Weise ein wahres Festessen zubereitet.

Es ist 4 Uhr geworden; die Karre ist bespannt, die Pferde sind gesattelt wo ist Georg? Kein Suchen hilft, er ist verschwunden! Schon wird man ungeduldig, da taucht er keuchend auf, schleppt einen langen Holzspieß, in jeder Hand zwei große Fische, ist naß von Kopf zu Fuß, aber stolz wie ein Spanier. Nichts hätte ihn davon abgehalten, sich heimlich zu entfernen und auch den Fischfang zu versuchen.

Noosen,

Oberleutnant in der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Slldwestafrika.

-j: 4

Fünffach verwundet.

Am 1. Juni 1904 erfolgte die Ausreise mit dem DampferAachen" aus Hain­burg. Während meines Dienstes bei der Schutztruppe hatte ich Gelegenheit, mich an den verschiedensten Gefechten gegen die Hereros zu beteiligen, so am 11. und 12. August 1904 bei Waterberg, 5. September 1904 bei Okowindombo, 1. bis 10. Oktober 1904 an der Expedition nach Ganas und am 7. April 1905 an dem Gefecht bei Nanib- kobis, 35 Kilometer östlich des Elefantenflusses. In letzterem Gefecht wurde ich ver­wundet. Der Feind, die Hottentotten unter HendrikWitbooi, hatte eine Düne in der Kala- hari wüste zwischen dem Elefantenfluß und dem Nossob besetzt. Unser Detachement unter Major Meister griff den an Zahl bedeutend stärkeren Feind, den wir vorher von einerBley"Teich- verscheucht hatten, in seiner Stellung an. Leut­nant Wimmer war be­reits gefallen, und Stabs­arzt Or. Brockelmann verwundet. Leutnant von Brederlow war eben mit einer Patrouille auf des Feindes umfassenden

.Nach einstünüinem Gefecht erhielt ich Weichteilschüsse in Sen rechten Ober- und Unter-

rHtUget geritten, aU ich, schenke!, ven linken Ober- und Unterarm."

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