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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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(7./1. Feldregiments) im Lager ein. Bereits um 3 Uhr wurde wieder angespannt und gesattelt. Eine Viertelstunde später erfolgte der Weitermarsch der Abteilung, der die Kompagnie mit den Fahrzeugen, nach Einspannen der Ochsen, nachkam. Während des Marsches ritten die beiden Offiziere der Kompagnie an Hauptmann Brentano heran und sprachen die Befürchtung aus, der derzeitige Auftrag werde die Truppe an einem tätigen Eingreifen in das zu erwartende Gefecht hindern. Der Hauptmann beruhigte sie mit dem Hinweis, daß der Tag noch lang sei und bis zum Sonnenuntergang sich noch manches ereignen könnte. Nach einer kurzen Rast gegen 12,15 Uhr kam der Befehl zum Vorgehen auf Hamakari, von wo Geschützdonner herübertönte. Den Vortrupp bildete die 5. Feldkompagnie unter Hauptmann Puder, verstärkt durch die Patrouille des Leutnants Grafen von Aruim. An der Spitze des Haupttrupps, der den Stäben auf 50 Meter zu folgen hatte, ritt die 7. Feldkompagnie in Stärke von 3 Offizieren, 7 Unteroffizieren, 33 Reitern. Ihr folgten unmittelbar die 2. Feld-(Gebirgs-)Batterie unter Leutnant Freiherrn von Hirschberg, dann zwei Geschütze der 4. Feldbatterie unter Oberleutnant von Müller. Den Beschluß bildete die 6. Feld­kompagnie unter Hauptmann der Reserve Freiherrn von Wangenheim. Nach etwa einhalb- stündigem Ritt fielen vorn Schüsse. Die Spitze unter Oberleutnant von Lekow, einem

Vergleiche Skizze auf Seite 311.

Skizze des Gefechts am 11. August 1904.

alten Afrikaner", hatte fünf bewaffnete Hererospäher entdeckt. Major von der Heyde rief Hauptmann Brentano zu sich und teilte ihm mit, daß die Hauptabteilung, einem Funken- spruch zufolge, in bedrängter Lage sei. Er würde deshalb mit der 5. und 7. Feldkompagnie beschleunigt vorreiten, um rasch Hilfe bringen zu können. Major Osterhaus sollte mit den sechs Geschützen, unter Bedeckung der 6. Feldkompagnie, folgen. Kurz nach dieser Unter­redung, etwa um 2,45 Uhr nachmittags, fielen vorn sechs bis acht Schüsse von Mehrladern und Henry-Martini-Gewehren. Wir dachten, die Spitze knallt wieder einige Hereros nieder; denn vom Gefechtsfeld von Hamakari waren wir noch entfernt. Der Stab war abgesessen. Die Kompagnie tat auf Wink dasselbe. Major von der Heyde gab Hauptmann Brentano den Befehl, die linke Flanke zu sichern und da zu halten, wo die Kompagnie augenblicklich stände. Dementsprechend erfolgte die Besetzung des hier sehr dichten Busches etwa 30 Meter links der Pad. Die Pferde, deren Sicherung ein für allemal dem Feldwebel Glernbowicki übertragen worden war, wurden beim Rückwärtsführen von zwei Feldhereros angefallen, die im Handgemenge erstochen wurden. Da vorn kein Schuß weiter gefallen war, wurde nach zwei Minuten der Weitermarsch angetreten. Der eingeborene Soldat Augustin, ein Berg- damara-Neger, war tödlich verwundet von vorn zurückgekommen. Stabsarzt Or. Poleck und R. Schroeder II nahmen sich seiner an, bis er verschied. Vorn setzte sich der Abteilungsstab zu Fuß in Bewegung. Nach noch nicht 50 Metern hub vorn und links abermals heftiges