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wurde, zog er ab; sofort setzten wir ihm nach, und eilig floh er in die Narudasschlucht. So gab's kein Zögern, immer vorwärts — dranf los, bis er völlig ausriß — nun auch von der Abteilung vonKoppy gedrängt. Unsere Kompagnie — von Stockt — hatte noch Gelegenheit, ihm in die Flanke zu feuern.
Es war ein heißer Tag; aber wir machten auch riesig viel Leute zu Gefangenen, auch Weiber und Kinder, und nahmen eine Menge Groß- und Kleinvieh. Unsere Kompagnie mußte später die Leute nach Keetmannshoop bringen. Am 18. März marschierten wir von Wasser- fall-Kraiklnft ab, aber schon bei Garis wurden wir von den Hottentotten überfallen, die uns das Vieh wieder nehmen wollten. Wer mit solchen verschlagenen Kerls noch nicht zu tun hatte, kann sich keinen Begriff davon machen, wie schlau das Volk ist, aber wir waren ihnen über; nur Gefreiter Pelka wurde verwundet, und die Reiter Groth,
Ardelt und Trompeter Reich starben den Heldentod für das Vaterland.
Fast hätten sie unsere Halbbatterie Nr. 2, unter Hauptmann von Kleist, genommen, trotz der tapferen Gegenwehr. Aber da kamen wir Reiter, Oberleutnant von Stockt voran, und warfen uns auf die gelben Halunken, und das fluschte; aber wir haben fechten müssen wie die Löwen.
Am 21. März, abends, überfielen sie uns bei Uchanaris im Rücken, aber flugs machten wir kehrt. Wieder war es unsere Kompagnie, die die Sache machen mußte; energisch gingen wir drauf und umfaßten sie, und nach zwei Stunden Feuern» flohen sie unter Zurücklassuug ihrer Toten in das dichte Gebüsch. Und doch versuchten sie es im Halbdunkel noch einmal, uns an das Vieh zu kommen; aber diesmal gingen wir ihnen fest auf den Leib. Die Geduld war uns ausgegangen — na, das ließen wir sie fühlen. Fünf Reiter und einen Buren mußten wir begraben, und noch vier Reiter wurden verwundet. Ich hatte ein paar gute Bekannte darunter, die Reiter Wiedemann und Hense und unter den Gefallenen den Sanitätssergeant Naundorf, einen alten Ostasiaten. Am 24. März brachten wir unsere Beute nach Keetmannshoop.
Adolf Kohlschmidt,
ehem. Reiter der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
rjc *
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Aus der Geschichte der 7. Kompagnie 1. Feldregiments,
betreffend das Gefecht von Otjiwarongo am 11. August 1904*).
Etwa um 1,30 Uhr nachts stieß die Spitze der Wagenbedeckung auf die Abteilung von der Heyde, die neben einer alten, verfallenen Friedenswerft — vielleicht Oruinjorongom- bonde — lagerte. Der Major war gerade dabei, die Verteidigungsstellungen für die Nacht den einzelnen Truppenteilen zuzuweisen. Gegen 2 Uhr früh traf der Nachtrupp der Kompagnie
-) Der beschränkte Raum gestattet leider nur ganz kurze Szenen aus der ruhmreichen Geschichte dieser Kompagnie hier mitzuteilen. (D. H.)
Reiter Adelt Kohlschmiüt.
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