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Kein Wasser, und wenig Patronen hatten wir bei uns. Ringsum nur Busch, und darüber die brennende Sonne. Immer stechender wurde der Durst. Sollten wir hier elendiglich umkommen? Ein Grauen überkam uns. —
Wir sprachen wenig — suchten weiter. An dein Tage habe ich meinen Herrgott erst erkannt, und ich glaube, mein Kamerad auch!
Wir erreichten eine Lichtung auf einer Höhe.
Dort stand ein Dornbnschbaum, ein Kameldorn. Mein Kamerad bestieg ihn. Aber auch von oben nirgends die weißen Wagenplanen zu entdecken! Wir beschlossen, die Nacht hier zu verbringen — es war schon spät geworden, die Hitze ließ nach. Totenstille umgab uns. Was sollte aus uns werden?
Ein jeder hing seinen Gedanken nach. Ich glaube, wir beteten. Ich bat Gott um Hilfe, das weiß ich. Ich hatte in Deutschland Weib und Kind!
Vor der Nacht noch ein letzter Rettungsversuch! Es war eine zuversichtlichere Stimmung über mich gekommen. Ich gab drei Schüsse ab und lauschte dann gespannt. Und „Rettung!" rief ich jetzt. Zwei Antwortschüsse kamen aus weiter Ferne. Freude durchrieselte und belebte uns — es laßt sich solch ein Gefühl nicht beschreiben. In der Richtung aus die Schüsse zu brachen wir auf. Abwechselnd bestiegen wir das müde Pferd und gaben von Zeit zu Zeit einen Schuß ab. Immer näher klangen die Antwortschllsse. Die dichten Dornen zerrissen Kleidung und Haut. Wir achteten nicht darauf. Endlich, ganz nahe, ein Ruf! „Ein Witbovi!" sagte mein Kamerad mit Erstaunen. Und schon stand er vor unS — einer der Unseren
„Ich gab drei Schüsse ab und lauschte bann gespannt."
>) Die Wilbvois waren »vch nicht abgefallen iui Herervlriege und dienten besonders zahlreich bei den Kolonnen als Fahrer.
Deutsche Reiter in Südivest. ^