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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Er deutete auf die Pferdespur, und wir bekamen heraus, daß er uns auf dieser Spur gefolgt sei, als alle anderen geschlafen hätten und er dann seinen Wagenführer vermißte. Dann hörte er unsere Schüsse und gab Antwort. Wir waren dem braven Eingeborenen als unserm Retter dankbar. In weitem Kreise waren wir um das Lager gelaufen, das wir nun, unter unseres Witboois Führung, nach l?/g Stunde erreichten. So kann's im afrikanischen Busch­felde ergehen, und so ist es so vielen ergangen, die auf diese Art den Tod fanden!

Alfred Schubert,

ehem. Büchsenmacher im 1. Batl. 2. Feldregts. der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestasrikn.

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-t-

Aus meinem Tagebuche.

i.

aus dem Witbooikriege am Auob.

deu Witboois am Auob uud ihrer Verfolgung gaben wir Während wir vom Feinde unbelästigt blieben, trat für uns die Heuschreckenplage um so störender auf. Wenn wir uns z. B. einen Topf voll Wasser, den wir oft stunden­weit mühselig geholt, zum Kochen ans Feuer gestellt hatteu, und nach einiger Zeit einmal hineinsahen, so wurden wir gewahr, daß eine enorme Zahl Heuschrecken hineingeflogen und das Wasser bereits zu Bouillon gekocht war. Die Regenzeit hatte gut eingesetzt, und das Gras war schön aufgegangen, als plötzlich so ungeheure Mengen von Heuschrecken erschienen, wie sie seit vielen Jahren nicht mehr beobachtet worden waren, und große Strecken wie mit einer Decke von der jungen Brüt bedeckt blieben, so daß die Weide vollständig vernichtet wurde. Auch auf der Verfolgung der Witboois im Au ob ta t waren wir furcht­barem Wassermangel ausgesetzt. Eines Mittags hatte sich unser Durst so gesteigert, daß wir uns trotz Verbots an eine schon lange Zeit stehende, sehr übelriechende gelbe Auobpfütze auf den Bauch warfen und so dasedle Ge­tränk" hinunterschlürften, nicht der unzähligen, in ihm umherschwimmenden Würmer achtend, die von darin be­findlichen toten Tieren herrührten.

II.

Stimmungsbild aus den Morengagefechten am Oranje.

Auf dem Vormarsch nach Hartebeestmund am Oranjefluß war ich bei der Avantgarde, die ungefähr zwölf Mann stark war und zu Fuß marschierte. Wir zogen immer den Oranje abwärts, am Ufer entlang. Zu beiden Seiten des Flusses dichtes Dornengebüsch, und oft reichen die Berge so nahe ans llfer heran, daß nicht einmal ein Pferd dort gehen kann. Ich ging mit einen: Kameraden ungefähr 100 Meter voraus, um nicht die ganze Spitze in Gefahr zu bringen. Wir marschierten noch spät abends, der Mond schien hell, den Feind wußten wir vor uns. Da tarnen wir an eine mächtige, ungefähr drei Bieter im Quadrat

Episoden

Nach dem Gefecht mit uns einige Tage der Ruhe hin.

Untcrvsftzier Ottu Jäger.