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Die frischen Kartoffeln des Landes kamen mir als Leckerbissen in Frage, da sie 40 bis 75 Mark für 50 Kilogramm kosteten. Dagegen brachte frisches Gemüse eine angenehme Abwechslung in die leider sehr eintönige Tageskost.
Die frische Butter konnte nur in Garnisonen Verwendung finden.
Für die aus Europa eingeführten Pferde wurde frischer Hafer in der Milchreife gemäht. In dieser Grasform war er ein gutes Futter. Haserkörner sind aus der Heimat eingeführt.
Die eingeführten Pferde gewöhnten sich allmählich, in Ermangelung anderer Ware, an das strohartige GraS. Für Maultiere war es allerdings kein Futter, sie magerten Dabei zusehends ab. Dieses Gras wird oft bis zu 1 Meter hoch. Es erhält unmittelbar nach dem Aufhören der stärkeren Regenfälle eine gelbe Farbe; sein Nährwert soll aber, nach dem durch die Luftbeschaffenheit verursachten AustrocknungSprozeß, nicht beeinträchtigt werden. Es gibt auch noch ein kleines, rötliches Gras, sonne das Taogras und verschiedene Blumenbüsche lFutterblumen), welchen ein großer Nährwert beigemesscn wird.
Das Kleinvieh ernährt sich mit Vorliebe von den Blättern und Früchten der Gebüsche und niedrigen Bäume.
Als Nahrungsmittel für Menschen gibt eS eine Menge eßbarer, wasserhaltiger Früchte und Knollengewächse. Sie haben sich bei der Wasserarmut des Landes schon oft als das Leben erhaltende Produkte erwiesen. Da sind der Feigenbaum, die Narastaude, die Uientjes, Tsamamelone, Elefantenwurzel, Kabba und andere zu nennen. Milder Tsamamclone haben sich Burentrccks 40 Tage ohne Wasser behalfen.
Apitz,
ehe,». Proviantamts-Assistent der Kaiserl. Schntztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Bromberg.
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„Sergeant, da stehen Knssern!"
Wie ich mir das schwarzweiße Band erwarb.
„Sergeant Schütt, Sie müssen gleich auf Patrouille reiten!" — Dieser persönliche Befehl vom Kompagniechef — Hauptmann Mauger — scheuchte mich am 28. Oktober 1304 schon
um 4,30 Uhr morgens aus den Federn heraus. — „Federn!" — Am Sandfelde in Afrika aus den Federn! Wie das klingt! Ja, ja! Beinahe FedernI Sergeant Nahn, Unteroffizier Napiralla und ich, wir drei alte Kriegskameraden, hatten uns auf unserer Station Sturmfeld aus Kistenbrettern einen Pontok gebaut und mit Zeltbahnen überspannt, groß genug, daß wir drei nebeneinander schlafen konnten, ohne zu sorgen, daß unsere Füße Freilustaufenthalt genössen. Als Lagerstelle hatte sich jeder aus zwei Hafersäcken einen Strohsack verfertigt, mit Gras gefüllt, und so hatten wir ein ganz gutes Lager für die Nächte. Dies waren also unsere „Afrikaner Federn".
Am Morgen des 28. Oktober stand Hauptmann Manger schon vor Tagesgrauen vor unserm Pontok und gab mir den Befehl zur Patrouille. — Leutnant Klinger, PosteMhrer in Okatjekuri, hatte am Tage vorher einen Hottentotten gefangen, diesen sollte ich mit einer Patrouille von zwei Mann von Okatjekuri abholen. Die Reiter Ein- beck und Tekamp nahm ich als Begleiter mit. Schnell
-Mr- M
VUcwachlmeister H. Lchütt.