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mit einer Patrouille, um die 9. Kompagnie nach Awadaob heranzuziehen; ich reite morgen nach Awadaob.
Awadaob, den 26. Oktober 1905.
Bei meinem Eintreffen in Awadaob fand ich die 9. Kompagnie nicht vor und mußte noch eine Patrouille den Nossob aufwärts schicken, um sie heranzuholen. Am 23. abends war die Kompagnie auch nach anstrengendem Marsche in Awadaob angekommen, doch ohne den Leutnant von Saldern, welcher erst am 24. früh bei uns eintraf. Dieser Offizier hatte sich verritten und war infolgedessen vier Tage ohne Wasser umhergeirrt, ehe er Naosanabis erreichte, wo er dann den Spuren der 9. Kompagnie folgte. Während seines Durstrittes hatte er sich mit seiner Patrouille nur einmal mit dem Blut eines geschossenen Springbockes, das mit Odol etwas verdünnt und verlängert wurde, laben können.
„Ihr Vieh im Stich lassend, flehen die Hottentotten."
Am 24. abends ritten wir bei Dunkelwerden den Nossob abwärts bis nach Arahoab, wo wir in der Nähe der Wasserstelle das Morgengrauen abwarteten. Sobald man die Spuren am Erdboden erkennen konnte, ritten wir zur Wasserstelle selbst, wo ganz deutlich zu merken war, daß tags zuvor hier getränkt wurde. Spuren von Menschen und Vieh wiesen nach Westen; wir folgten ihnen und stießen auch sehr bald auf Groß- und Kleinvieh, das zur Tränke getrieben wurde. Ihr Vieh im Stich lassend, flohen die Hottentotten nach der wenige Kilometer entfernten Werft. Wir folgten im Trabe, und es gelang daher, die Werft zu überraschen. Es entspann sich ein kurzes Feuergcfecht, das uns zum Glück keine Verluste brachte; hingegen ließen die Hottentotten acht ihrer Kriegsleute tot auf dem Platze. Von Düne zu Düne hatten wir sie verfolgt, bis ihr Feuer gänzlich verstummte und ihre Spuren völlig auseinanderliefen, so daß eine weitere Verfolgung zwecklos war. Die Werft, in der sich noch Munition und viel Hausrat vorfand, wurde verbrannt. Dann ging es zum Wasser,