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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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in Fahlgras (Haigasib) detachiert, die andere Hälfte befand sich in Koes. Wir lagen in einem kleinen Busche und waren immer guter Dinge; denn unsere Pferde fanden endlich gute Weide, und wir bekamen regelmäßig Proviant von Keetmannshoop.

Wir freuten uns auch am 29. Oktober 1905 unseres schattigen Biwaks und dachten an nichts Böses. Da kommt plötzlich im stärksten Galopp unsere Patrouille zurück.Die Hotteutotten, unter Jsaak Witbooi, haben unsern Proviantwagen, eine Stunde von hier, überfallen!"

Oberleutnant Stage besann sich auf die Meldung hin nicht lange:

20 Mann sofort zu Fuß mir nach, die anderen auf die Weide, Pferde einsangen und nachbringen! Vorwärts!"

Schon hatten wir den Patronengurt umgehängt und los ging's. Eine Stunde festen Marsches dann fanden wir unsern Wagen ausgeplündert. Die Ochsen waren geraubt.

Beim Wagen aber lagen unsere Kameraden, die Reiter Gesell und Kikul beide tot. Die Feinde, von denen sie überfallen wurden, waren fort. Aber schon kamen die

Beim Manen aber lagen nniere Kameraden, die Reiter Gesell und Kikul beide tat."

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Pferde, und in wenigen Sekunden war Oberleutnant Stage auf der Spur wir, 65 Reiter, hinter ihm.

Was unsere Pferde rennen konnten, ging's vorwärts, und nach zwei Stunden da hatten wir die Bande! Die Hottentotten stellten sich. Aber diesmal ließen wir ihnen keine Zeit zum Einnisten in Deckungen. Wir griffen von zwei Seiten an, und schon begann das Schnellfeuer wir erkannten die Wirkung, und vorwärts ging's, dicht heran. Aber das warteten die Hottentotten, es mochten an 80100 sein, nicht erst ab. In wilder Flucht stoben sie auseinander. Wir ihnen nach, solange unsere Pferde Atem hatten; dann befahl Oberleutnant Stage den Abbruch der Verfolgung. Die Hottentotten hatten fünf Tote liegen lassen und dazu den uns geraubten Proviant, die Ochsen und mehrere Reittiere und Gewehre. Aber die Zahl unserer Gefallenen vermehrte noch ein braver, lieber Kamerad; der Reiter Stumpe war geblieben, und der Gefreite Kaschube war verwundet. Ein gefangener Verwundeter teilte uns mit, daß Samuel Jsaak wohl den Überfall leitete, daß aber der alte Hendrik dabei war und einen Schuß bekam. Das war ein unerwarteter Erfolg für das frische und entschlossene Neiterunteruehmen unseres Oberleutnants.Kinder, Ihr habt's gemacht!" sagte er

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