387
Windhuk von der Höhe westlich des Flusses.
MWkZ
- 7 ^
auf die einzelnen Stationen des Südens kam ich auch nach der Signalstation Falkenhorst bei Gibeon. Infolge der anfangs Januar 1905 unternommenen Operationen gegen Hendrik Witbooi nahm hier der Telegraphenverkehr so zu, daß fast ständig am Tage vier Heliographen und nachts zwei Signallampen in Anspruch genommen werden mußten. Die Station Passierten täglich 100 bis 200, mitunter mehrere Seiten lange Telegramme. Leider wurde der Verkehr durch die jetzt mit Macht einbrechende Regenzeit häufig unterbrochen, und eines Morgens wurden wir durch ein mächtiges Rauschen geweckt: der Fischfluß kam. Es ist ein sonderbarer Anblick, hier im Lande solche Wassermassen zu sehen, wo sonst nur Wasser in Brunnen, Löchern, Teichen und Quellen zu haben ist. Bei Gibeon beginnt die Tafellandformation mit den langgestreckten, sargähnlichen Tafelbergen mit steilen Rändern. Die Niviere ziehen sich wie grüne Bänder durchs Land, besonders der Fischfluß hat einen üppigen Baum- und Strauchwuchs. In Gibeon erhielten wir Befehl, an den Operationen in den Großen Karrasbergen gegen Morenga teilzunehmen. In Eilmärschen gingen wir über Keetmannshoop, das den Eindruck eines mittleren Dorfes macht, nach der Ostgrenze, wohin wir zur Verfügung des Detachcments von Lengerke befohlen wurden. Die Großen Karrasberge wurden sichtbar und blieben von jetzt ab unsere treuen Reisebegleiter. Es ist ein wunderbar schöner Anblick, diese noch so weit (etwa 100 Kilometer) entfernten Berge mit den zackigen Bergspitzen so im schönsten Blau zu sehen.
VIII.
Über die Wüste Kalahari.
Nach achttägigem Marsch wurde Hasuur erreicht. 20 Kilometer nordwestlich Hasuur tritt der Weg in das Dünengelände der Kalahari; eine neue Welt erschien uns dieser rotgelbe Sand mit der Prachtvollen grünen Weide und den grünen Büschen, von „Wüste" keine
50 *