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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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durch ein paar Kraftausdrücke zu strafen, konnte sich jedoch des Lachens nicht erwehren und ordnete dann unseren Rückzug an. Bei den Kameraden wollte dann die Spöttelei über unser Gefecht" kein Ende nehmen!

Am Abend ließen wir uns den Braten trotzdem gut schmecken, da frisches Fleisch zu dieser Zeit eine Seltenheit war. Das Wild war fast von allen Wasserstellen durch die vielen Truppentransporte verscheucht worden, und das Beutevieh war noch am Waterberg.

II.

Wie sie mich ankratzten.

Am 17 . September 1904 erhielt ich vom Oberleutnant Wieczorek den Befehl, zur Kolonne von Reitzenstein nach Otjomaso zu reiten, um von dort neue Ochsen zu holen, da es unmöglich war, mit unseren abgetriebenen Tieren vorwärts zu kommen.

Mittags, nach dem Abkochen, trat ich allein meinen Ritt an. Gegen Abend au der Wasserstelle Okamatangara angekommen, sah ich am Wege wohl 30 bis 40 Hereros, welche einen verendeten Ochsen abzogen.

Kaum hatte ich meine gefährliche Lage erkannt, da krachten von halb links hinter mir mehrere Schüsse. Dort war ich an einem Trupp Hereros, welche sich im Busch versteckt hatten, vorbeigeritten. Als sie weiter keine Deutschen mehr sahen, erhielt ich Feuer. Die Schüsse

Ein Transport nach der Omalieke.

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Deutsche Reiter in Südiu-st.