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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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3. Das Kudu und das Wildebeest,

Der Gemsbock und der Strauß,

Ich scheuch' sie auf aus ihrem Nest Und schieß' sie mir zum Schmaus.

Bei Hottentotten, Hereros,

Find' tausend Frauen ich,

Und dennoch sehn' ich immer bloß Zu meinem Liebchen mich.

4. Durch Berg und Tal hinauf, hinab,

So reit' ich fort und fort,

Hinauf, hinab im Schritt und Trab,

So geht's von Ort zu Ort.

Auch den Galopp verschmäh' ich nicht.

Frei liegt die Pad vor mir!

Doch ist die Heimat erst in Sicht,

Zum Halten ich Parier'!

Goerke,

Leutnant der Kaiser!. SchutztrnPPe s. D.-Sndwestafrika.

Wie es unseren Kranken und Verwundeten in Südwestasrika

erging.

Krankentransport.

_Und wie sahen jene Fahrzeuge aus, die im Ansang des Krieges dem Transport der

Kranken und Verwundeten dienten? Wahre Ungeheuer von Wagen waren es, ohne Federn, ohne vorbereitetes Lager, von je 20 Ochsen rücksichtslos über die unglaublichsten Klippen ge­zogen. Und auf diesen Wagen mußten Verwundete und Typhuskranke, dicht aneinander gedrängt, oft mit gemeinsamer Decke versehen, von demselben Pfleger versorgt, mit demselben Löffel gespeist werden. Ja, auch die Leichen der unterwegs Gestorbenen ließ man auf dem Wagen liegen, um sie erst im Schutze einer Ansiedelung der Weißen zur letzten Ruhe zu bestatten, da­mit nicht der leichenschändende Herero oder Schakale und Hyänen sie aus ihren Gräbern wühlten.

Mußte dies sein? Wäre es nicht möglich gewesen, auch für den Krankentransport des Krieges schon im Frieden vorzusorgen? Nun, wir würden den Männern bitteres Un­recht tun, die wir hier einer Nachlässigkeit zeihen wollten. Wer hat einen Krieg voraussehen können, der vom Gebiet der Bondelzwarts im äußersten Süden bis hinauf an die Grenze des Ovambolandes seinen Schauplatz haben sollte? Wer hätte so viele Fahrzeuge, so viele Zugtiere, so viele Treiber bereitstellen können, wie nach europäischem Begriff für den Krankentransport erforderlich waren? Wer hätte sie ernähren, wer das Wasser finden können, das für so viele Menschen und Tiere erforderlich war? Wohl wurden sofort bei Beginn des Krieges Kranken­transportwagen beschafft; aber wie konnten sie bei allen kleinen Abteilungen sein, wie konnten sie der berittenen Truppe überallhin folgen? Unvermeidlich war daher auch noch nach Schaffung eines eigenen Sanitätssuhrparks der Transport unserer Kranken und Verwundeten auf jenen

Leutnant Gverke.