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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Aus den Erlebnissen des Hauptmanns von Koppy.

i.

Gefechte bei AlurisfonteinWarmbad.

Am 26. November 1904 kehrte Hauptmaun von Koppy in Begleitung eines Unteroffiziers und zweier Ein- g eborenen von R a mansdrift, wohin er sich zur Bestellung von Proviant für die Südabteiluug begeben hatte, nach Warmbad zurück. Als er die Wasser­stelle Alurisfontein, etwa 10 Kilo- meter südlich Warmbad, am 26. mor­gens erreichte, wurde er Plötzlich aus geringer Entfernung von heftigstem Feuer empfangen. Nur mit Blühe entkam er dem Gegner durch einen scharfen Nitt und erreichte Warmbad. Tort wurde ihm gemeldet, daß drei starke Patrouillen seiner Kompagnie bei A lnrisfontein eingeschlossen seien und um Unterstützung bäten. Selbst dao mitgeführte GcbirgSgeschütz könne den Gegner nicht zurückhalten. Mit dem Geschütz 0/73 und dem Rest der Kom­pagnie (28 Blaun einschließlich Ge­schützbedienung/ rückte Hauptmann von Koppy mittags zum Entsalze der Patrouillen ab. An einem KliPPenrande halbwegs Alurisfontein kam es zum ersten Zusammenstoß. Nach kurzem Gefecht, in dem das Geschütz, geführt von Oberleutnant von Rosenthal, erfolgreich mit­wirkte, wandte sich der Gegner nach Warmbad, offenbar um die dort gefangen gehaltenen Bondelzwarts, worunter sich auch der.Kapitän befand, zu befreien. Dieser Plan wurde durch Oberleutnant von Rosenthal, der den Gegner mit dem Geschütz auf alle Entfernungen unter wirksamstes Feuer nahm, vereitelt, so daß nur noch ein kleiner Teil dieses Trupps nach Alurisfontein zurückkehrte. Nachdem Hanptmann von Koppy die kleine Abteilung möglichst nahe an die feindliche Stellung herangeführt und später das Geschütz in eine erhöhte Position an: linken Flügel gebracht hatte, von wo es die Wasserstelle erfolgreich bestreichen konnte, zwang er nach heftigem Gefecht den Gegner, bei Einbruch der Dunkelheit seine Stellungen auf dem östlichen Gesechtsfelde zu räumen. Zwei Patrouillen waren somit befreit, während die dritte, unter den Leutnants Schmidt und von Heydebreck, schon am Vormittage des 26. November fast völlig aufgerieben war. Am 27. November, um 3 Uhr morgens, traf Haupt­mann von Koppy mit der Abteilung und den Verwundeten auf Warmbad ein, wo sofort mit Verschanzung der Stationen, der Mission und der Kirche begonnen wurde. Diese schweren Befestigungen sollten nicht umsonst aufgeführt sein; denn schon am Abend des 27. November machte der Gegner einen heftigen Angriff auf Warmbad, der jedoch nach kurzem Gefecht zurückgewiesen wurde.

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Leutnant van (ttersdarff und Marenaa.