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Verdienste gezeitigt hat. Rottler sagt über seine ersten Eindrücke: „Daselbst sah es schlecht aus; alles Werkstätten- personal stand im Felde. Mit fünf Mann von S. M. S. „Habicht" blieb ich da — bei zwölf defekten Maschinen (Lokomotiven), von denen nur noch eine Doppelmaschine und cin Jlling einigermaßen brauchbar waren. Alle anderen Mannschaften des Transportes gingen Per Bahn nach Kari- bib oder begleiteten Ochsenwagentransporte dahin. Wir sechs mußten zurückbleiben und — sofort begann die Arbeit. Da wurde zuerst eine Doppelmaschine demontiert, eine Feuerkiste repariert, Stehbolzen und Siederohre erneuert. Wir arbeiteten mitunter von 6 Uhr früh bis 12 Uhr nachts — und machten nur eine Mittagspause. Was von Maschinen auf Strecke war, kam fast immer defekt zurück. Dann ging's die Nacht durch — Stehbolzen wurden erneuert, Kessel repariert und am anderen Morgen mußte das Ding wieder betriebsfähig sein. Auf der Strecke Swakopmund — Karibib hielten die Siederohre nur sechs Wochen — des Wassers wegen — und die Feuerkisten, Stehbolzen usw. 18 Wochen; während zwischen Karibib und Windhuk eine Maschine zwei bis drei Jahre verwendbar bleibt. Im März 1904 bekamen wir Verstärkung — die Bahn wurde Militärbahn unter Hauptmann Witt; Betriebsleiter wurde Leutnant Lange. Nach und nach brachten wir's auf drei Züge täglich. Im April kam ich zur Hauptwerkstatt Karibib und arbeitete beim Brunnentrupp — denn die Maschinen bedürfen vor allem guten Wassers. Die Brunnen im Durstrivier bis Okasise sind an 50 Meter tief, mit Handbetrieb, andere — bei Kubas, Ababis, Karibib (drei Brunnen) — haben Petroleummotoren oder elektrischen Betrieb; einige auch Göpel (z. B. Johann-Albrechts-Höhe, 45 Meter). Später wurde ich mit 20 Mann nach Swakopmund kommandiert — und dann als Werkführer der Maschinenstation Okahandja zugeteilt, wo ich bis zur Heimreise blieb."
Rottler schließt seine schlichten Mitteilungen folgendermaßen: „Die besten Arbeiter sind die Hereros, dann kommen die Klippkaffern, und auch die Ovam- bos sind bei guter Behandlung brauchbar, werden sogar anhänglich. Aber ab und zu müssen sie Schläge bekommen, sonst werden sie faul und frech. — Ich selbst gehe wieder zur Schutztruppe nach Südwest, wenn eine Stelle frei wird."
Adam Rottler,
ehern. Sergeant der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwest- afrika, z. Zt. Göttingen (Württemberg).
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Eisenbahnsahrt Swakopmund—Okahandja.
Am 2. März 1905 waren wir in Swakopmund gelandet. Am 3. März traten wir auf der
Reichseisenbahnitrecke die Fahrt ins innere an. Sanitätssergennt Henneking.
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Sergeant Rüttler.