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In Lüderitzbucht standen damals drei kleine Kaufhäuser, zwei aus Holz bzw. Wellblech, eins aus Stein, und das hölzerne, zweistöckige Haus des Distriktschefs Hauptmanns a. D. Freiherrn von Houwald. An der Landungsbrücke, die notdürftig von Mannschaften S. M. S. „Habicht" ausgebessert war, empfing uns Freiherr von Houwald mit großer Freude als Befreier des Südens. Wir wurden in denkbar liebenswürdigster Weise von ihm und den Kaufleuten aufgenommen, die Offiziere wurden bei diesen und dem Distriktschef untergebracht, die Mannschaften in einem großen Zelt.
Helle Freude herrschte unter den Anwohnern, da seit dem Durchzug des Pionier- detachements des Leutnants Effuert sich noch keine Truppe gezeigt hatte und die wenigen Leute in Lüderitzbucht ein Vorstoßen der Morenga- und Christian-Goliath-Leute fürchteten.
Trott,
ehem. Major der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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Wie unsere Techniker in Südwest arbeiteten,
um das für den Transport größerer Truppenmassen gar nicht zulängliche Eisenbahnmaterial einigermaßen verwendbar zu erhalten, das lassen wir uns von einen: verdienstvollen Manne erzählen, aus dessen eingehenden Mitteilungen hier nur ein kurzer Auszug Platz finden kann.
Sergeant Adam Nottler, ein Württemberger vom 1. Eisenbahn-Regiment, ging im Januar 1904 unter Major von Glasenapps Führung mit dem Eisenbahndetachement des Oberleutnants Ritter nach Afrika. Da er im Maschinenfach ausgebildet war, wurde er sofort der Maschinenreparaturwerkstatt in Swakopmund zugeteilt und bewährte sich in der Folge so gut, daß das wahrlich nicht leicht zu erwerbende schwarzweiße Band ihm verliehen wurde, ein Beweis, daß die von ihm so einfach geschilderte Tätigkeit hervorragende
Neue Landungsbrucke in Lüderitzbucht.
Teutsche Reiter in Südwest.
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