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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Dieses Bild wiederholte sich, da alle von Swakopmund kommenden Verstärkungen Ababis passierten, wochenlang beinahe täglich. Also immer wieder kochen, waschen und Betten beziehen! Wer aber einmal im Manöver mit starker Einquartierung bedacht war, weiß, was damit für Arbeit verbunden ist. Und die Hilfskräfte? Eine schwarze Waschfrau, die nicht allzuviel zur Schonung der Wäsche beitrug, und als Hauptstütze Herr Willy, ein schwarzer Junge von zirka 12 Jahren mit großen Ohren und noch größeren klappernden Holzpantoffeln. Man sollte meinen, diese vielen Aufgaben gingen über die Kräfte einer Frau. Keine Spur! Immer vergnügt und heiter, war sie in der Tat dieMutter des Lazaretts". Hören Sie, die Schwester muß fort, ich fürchte, sie hat Typhus. Besuchen Sie sie doch mal!" In der kleinsten Stube der Baracke lag sie mit hohem Fieber.Nanu, Muttel, was machen Sie für Geschichten?" Muttel hatten sie die schlesischen Offiziere des Transportes, mit dem sie gekommen war, genannt, und der Name war ihr geblieben.Ach, das bißchen

Genesungsheim Ababis.

Fieber!"Na, na, Sie werden nach Karibib müssen, in die Pflege der nächsten Schwester!" Um Gottes willen, sagen Sie bloß dem Doktor, er soll mich hier lassen, ich mag hier nicht weg von meinen Reitern!" Zwei Tage blieb sie noch bei uns, sie litt an einem heftigen Malariaanfall, angewiesen lediglich auf die Pflege einer Eingeborenenfrau und sonst auf die von Männern. Dann wurde sie trotz heftigen Sträubens nach Karibib in die Pflege der Schwester Elsa Gilbert gebracht, die später leider den Anstrengungen ihres schweren Berufes erlegen ist. Nach einigen Wochen kehrte sie in das ihr an das Herz gewachsene Ababis zurück. Wenn wir Soldaten stolz sind auf das schwarzweiße vor dem Feinde erworbene Band, so kann sie nicht minder stolz sein auf den Luisenorden, der ihr durch die Gnade Ihrer Majestät der Kaiserin in Anerkennung ihrer Verdienste verliehen wurde.

Dies ist eine von den vielen Schwestern, die stets gern und freudig ihre Pflicht erfüllt haben zu unserem Besten. Da heißt es in der Tat: Hut ab vor den Frauen, welche als treue Kameradinnen mit uns des Krieges Leid und Freude geteilt haben!

Ein Offizier der 3. Feldbatterie.

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