105
7. Der Bau der Eisenbahnen als specieller Culturfactor. Baugewerbes, zu dessen Hallen die Constructionsbureaux der Eisenbahningenieure wurden. Und diese, der grossen, umfassenden und kosmopolitisch wirkenden Eisenbahnbauthätigkeit zu verdankende Generalisirung des Baugewerbes verhalf zu liberalen Anschauungen in der ausübenden Bautechnik, zur Freiheit der geistigen Bauthätigkeit und demnach zu einem geistigen Nutzen, dessen Wohlthat unsere Generation schätzend empfindet, weil die Beschränktheit des Mediums gestürzt wurde.
4. Die Fabriksgestaltung des Baugewerbes im Speciellen. Dasselbe Motiv, welches wir soeben bezeichnet haben, vereint mit der Forderung der raschen, billigen und quantitativ weit erhöhteren Production, wie solche ein rasch abzuwickelnder, umfangreicher Eisenbahnbau stellte, zwang das Baugewerbe aus der engen Werkstatt heraus, und in den Fabrikssaal zu treten. Mit diesem Schritte vereinter Momente gewann zugleich die Schönheit der Form des Productes, weil sie der verbesserten materiellen Unterlage entkeimen konnte; es gewann aber auch die Technik, weil die objectivste und durch vieles Sehen empirisch mehr entwickelte Construction von akademisch gebildeten Constructeuren geleistet wurde, und es gewann auch die Raschheit, Menge und Billigkeit der Production.
Wir sehen diese Folgen in dem, zumeist durch die Forderungen des raschen Eisenbahnbaues entsprungenen Fabriksbetriebe der Bautischlerei, Bauschlosserei, ferner der Wagnerei ( für Transportgeräthe), der Ziegelbrennerei, der Kalk- und Cementfabrication und der Bildhauerei für Decorationsobjecte etc. etc. auftreten.
5. Der Einfluss der technischen Hochschulen.
Man kann auf keinen Widerstand stossen, wenn man behauptet, dass die technischen Hochschulen seit der Zeit der Erbauung der Eisenbahnen und geradezu durch die Anforderungen derselben in ein weit vollkommeneres Stadium und in eine weit vermehrtere Frequenz getreten sind.
Die Vervollkommnung der Schule durch den Factor des Eisenbahnbaues erklärt sich genügend durch die Vergrösserung des