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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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8. Der Eingriff des Bahnverkehres in die Cultur der Menschheit. 131

Diese Formveränderung im Gange der Gestalten der Gesell­schaftskörper, welche wir die Staaten nennen, prägt sich insbe­sondere nach drei Richtungen aus: a) nach jener des Verschwin­dens des Kleinstaates, b) nach jener des Umsichgreifens des Con­stitutionalismus, und c) nach jener der Autonomie der Gemeinde. Die erstere Richtung ist wesentlich die Folge des Gravitationsver­mögens der Verkehrserleichterung, welches den Cirkelschlag der materiellen Interessen erweitert und jenen des Nationalhasses ver­kleinert; die zweite Richtung ist eine Folge des durch den erleich­terten Verkehr bedingten Gesetzes von der Theilung der durch die Forderungen der Zeit vermehrten Arbeit; und die dritte Richtung ist eine Folge der allseitigen Durchdringung des Wissens, wieder vermöge der Verkehrserleichterung.

§. 4. Sein Angriff auf die äusseren Feinde der Menschheit.

Die drei äusseren Hauptfeinde der Menschheit: Hunger, Krankheit und Krieg, welche vermöge des unumstösslichen Gesetzes des Kampfes um das Dasein immer auf uns eindringen und ein­dringen werden, können nur durch die Kraft der menschlichen Ver­einigung bis zu jenem Grade entfernt gehalten werden, den wir zum Athmungsprocesse der jeweilig vorhandenen Cultur bedürfen. Diese Vereinigung kann sich aber auch wieder nur auf die Basis des Verkehres stellen, und der vervollkommnetste Verkehr bietet also die breiteste Basis.

Und in der That vermögen wir gerade seit der Zeit der Ent­stehung der Eisenbahnen eine sehr merkliche Fernedrängung dieser Hauptfeinde der Menschheit zu erkennen. Was nämlich:

a) den Hunger anbelangt, entstehe er nun aus Mangel an Arbeit oder aus Grund des Misswachses, so ist er in seiner rohe­sten Form als Hungersnoth im Bereiche der Eisenbahnen und nur durch diese bereits völlig verdrängt und dringt er im Rayon der Eisenbahnen nur mehr auf jenes einzelne Individuum ein, dem es an materieller und sprachlicher Kraft gebricht, die entfernte Arbeitsstätte aufzusuchen. Dieses Verschwinden der Hungers­noth beruht namentlich auf der heutigen Entwickelung des Fleisch- und Getreide handels, welch' letzterer sich bekanntlich

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