2. Allgemeine Vorerhebungen.
191
Namentlich gebietet das Studium des Terrains hinsichtlich etwaiger Rutschbarkeit und die genaue Darstellung geologischer Tunnelprofile, für welche die Arbeiten über den Hauensteintunnel, den Mont Cenistunnel, den Altenbeckener Tunnel und den St. Gott hardtunnel als Musterarbeiten gelten, eine aussergewöhnliche Sorgfalt, und ist es absolut nöthig, dass für die richtige Lösung dieser Fragen der betreffende Geolog bis zu einem gewissen Grade auch Ingenieur sein, oder mit einem Ingenieur vom Fach gemeinsam arbeiten muss, weil der klare, geistige Blick in das Innere der Erde vor ungeheuerem Schaden bewahren kann, wie Solches ausführlich schon F. v. Hochstetter in seiner Rectorsrede vom 10. October 1874 zu Wien auseinandergesetzt hat.
Was nun die Vertretung dieses hochwichtigen Themas der Eisenbahn- Vorarbeiten auf der Ausstellung betrifft, so ist Folgendes
aufzuzählen:
1. Geologische Kartenwerke überhaupt, welche in allen Abtheilungen der Weltausstellung zahlreich vorhanden waren, und unter denen besonders die Aufnahmen Oesterreichs und der Schweiz brillirten.
2. Geologisches Profil des Sutrotunnels.( Abtheilung Amerika.) Dieser grossartige Bergwerkstunnel, auf den wir noch weiter unten zu sprechen kommen werden, durchfährt nach dem ausgestellten Profile Trachite, Grünsteine und Syenite und die betreffenden Erzlager. 3. Geologische Längen- und Querprofile des Arlbergtunnels und Steinproben aus den untersuchten Linien.
Diese letztere Arbeit, ausgestellt von der k. k. Generalinspection der österreichischen Eisenbahnen( Pavillon für Welthandel und Pavillon Mahler& Eschenbacher), ausgeführt von dem Reichsgeologen Wolf und begutachtet von dem Chef der geologischen Reichsanstalt Hofrath Ritter v. Hauer, ist desshalb hervorzuheben, weil sie sich über fünf Tunnelvarianten erstreckt und auf geologische Querprofile im Zusammenhange der Varianten und reducirt auf die Tunnelsohle ausdehnt, wodurch das bei dem Arlbergtunnel massgebende, geologische Moment der Scheidung zwischen Kalk und krystallinischem Gestein zur Erörterung zu bringen gesucht wird. Die ausgestellten Steinproben geben nicht allein Information über die Art der Gesteine, sondern auch über die Festigkeit derselben.