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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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2. Tiefbohrungen.

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Hohlgestänge und Wassereintrieb sehr rasch abzubohren, eine Methode, welche die Aalborger Compagnie bis zu 1206 Fuss in 62 Tagen erreichter Teufe angewendet und die der Ingenieur Przibila zu Köln neuerlich eingehend beschrieben hat; des Weiteren die Erfindung von Leschot und Beaumont, Bohrungen mit rotirenden Diamanten auszuführen; endlich die neuesten Erfindungen des Seilbohrens von Kolb, von Mather und Platt, von Hochstrate, dann von Sparre, Rungius und Andern: alle diese Erfindungen charakterisiren einen ausserordentlich bedeutsamen Fortschritt auf dem Gebiete der Bohrtechnik.

Vertreten waren diese Fortschritte der Bohrtechnik auf der Ausstellung durch folgende Objecte:

1. Graphische Darstellung des Bohrloches zu Sperenberg. ( Ausgestellt von der Bergwerksabtheilung des königlich preussischen Ministe­riums für Handel.- Deutsche Abtheilung.)

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Dieses Bohrloch, Epoche machend in der Geschichte der Bohr­technik, weil es bis jetzt zu dem tiefsten Punkte in der Erde führt, welcher bislang durch menschliche Arbeit erreicht wurde, misst 40512 preussische Fuss= 12714 Meter und ragt bis in 1224 Meter unter den Spiegel der Ostsee; es wurde in der Zeit vom 27. März 1867 bis zum 15. September 1871, also in 1633 Tagen abgebohrt und wurde die Teufe bis 956 Fuss während 1 Jahres und 2 Monaten, und die weitere Teufe von circa 3100 Fuss in circa 31, Jahren mittelst eines Dampfbohrapparates nieder­gebracht.

Das Loch steht anfänglich in Gyps, von 273% Fuss an theil­weise in Anhydrit, und von 2801/, Fuss Tiefe an u nunterbrochen in Steinsalz, ohne dass dessen Lager durchgebohrt worden wäre.

Die Handarbeit( bis 956 Fuss Teufe) wurde in der oben genannten Zeit derart ausgeführt, dass anfänglich neun, zuletzt dreizehn Arbeiter beschäftigt waren; auf die eigentliche Bohrung, welche im Monate September 1867 den monatlichen Maximalfort­schritt mit 1401 preussischen Zoll durch 294.300 Schläge erreichte,