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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Las Palmas, landeten wir am 12. Dezember 1904 in Lüderitzbucht. Nach vierzehntägiger eingehender Instruktion durch Leutnant von Detten erfolgte unser Abmarsch auf Keet- mannshoop. Sand, Hitze, Durst aber wir kamen doch hin nach dem Orte, der bei uns ein Dörfchen wäre, hier aber eine Stadt heißt. Kleine Häuser, Zelte und Pontoks, in denen die Eingebornen wohnen. Kaisers Geburtstag kamen wir an, froh, daß der Marsch vorüber; denn das warkein Zuckerlecken".

Wir glaubten, nun ginge es gleich gegen die Hottentotten. Aber keine Spur! Ein paar Patrouillen nach Wasserstelle Huns sonst Garnisondienst. Und wir wollten doch auch gern an den Feind heran.

Endlich, am 4. März, Abmarsch gegen die Karrasberge, wo Morenga gemeldet war, und wo wir am 10. eintrafen. Meine Kompagnie Oberleutnant von Stocki stand unter Major von Kamptz, während die ganze Expedition Oberst Deimling kommandierte, dem auch noch die Abteilungen von Koppy, Kirchner und von Lengerke unterstellt waren.

Sämtliche Offiziere standen schon längere Zeit im Felde, und wo­hin die gekommen waren, hatte es noch immer Kloppe gegeben.

Das Gebirge Karras lag sehr steil vor uns; wir ließen daher unsere Reittiere und Wagen unter Zahlmeister Lautners Kommando bei Wasserfall zu­rück, und nun ging's zu Fuß durch Berg und Tal unsere kühnen Führer, Oberst Deimling und Major von Kamptz, stets voran.

Abends 9 Uhr es war am 10. März sahen wir ein großes Lagerfeuer in der Ferne. Der Major ließ halten, und wir blieben bis zum Morgen im Ge­strüpp liegen, stets auf der Hut.

Am 11. März früh gingen wir vor und stießen bald auf den Feind, der von Stürmann geführt wurde und eine vor­züglich verschanzte Stellung ein­genommen hatte. Bald war der Feuerkampf heftig entbrannt, und wir suchten nach Möglichkeit Deckung.Hallo,voran!" feuerte uns unser Major an, und wir drangen vor, wenn's auch Späne kostete. Schon waren Leutnant Pavel, Feldwebel Mesech und ein Reiter verwundet.

Als endlich der Feind auf

-kizze des Gefechts bei Naruvas, 11. März 1905. seinem linken Flügel umfaßt