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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Deckung benutzend. Dieser erste Ansturm, vom Schnellfeuer der Schützen gebrochen, erlahmte stellenweise erst auf 25 bis 30 Meter vor der Linie. Der dichte Buschbestaud ermöglichte ein so nahes Herankommen; ein heftiges Schießen von allen Seiten, auch von Bäumen herab, begann. Nach ungefähr 15 Minuten erfolgte ein zweiter Angriff, mit viel weniger Geschrei, durch gutgezieltcs Feuern eingeleitet. Auch er wurde abgeschlagen. Reiter Trawiel erschoß einen Orlogsmann auf 20 Schritt. Es entspann sich nun ein Feuergefecht, das, bis Sonnenuntergang dauernd, unserseits nur dann lebhafter geführt wurde, wenn der Feind zum Angriff ansetzte. Derartige Angriffe konnten wir wenigstens fünf deutlich unter­scheiden. Durch feindliches Feuer waren mittlerweile erhebliche Verluste eingetreten. Bon

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Skizze ver Schützenlinie.

der 7. Kompagnie war Reiter Waclawzyk auf der Vorderfront der Schützenlinie, gegen Hamakari zu, gefallen; Schuß durch die linke Schläfe. Gefreiter Jezorke, ein Mann, der sich schon am 24. Juli durch Entschlossenheit hervorgetan, nahm dem Gefallenen im heftigen Flankenfeuer Gewehr und Munition ab. Die Waffe nahm Oberleutnant Bischofs, der auch auf der Vorderfront lag, nachdem er aus seinem Karabiner das Schloß entfernt hatte. Um diese Zeit, gegen 5,45 Uhr nachmittags, war das feindliche Feuer besonders heftig. Reiter Schlegel, schon vorher am Knie verwundet, wurde durch einen Kopfschuß getötet. Reiter Wnrker erhielt einen Schuß in den Schenkel. Trotz der Schmerzen schoß er weiter, die Um­liegenden durch sein Beispiel und durch Worte anfeuernd.