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messende Klippe, die rechts von uns lag, sie war unten vollkommen hohl; links breitete sich das dichte Dornengebüsch aus. Dazu das Rauschen des Flusses. Über uns hingen die Baumäste über die Klippe hinweg und gaben dem ganzen Bild, noch durch den hindurchfallenden fahlen Mondschein erhöht, einen äußerst romantischen Anblick. Unwillkürlich stand ich mit meinem Kameraden still, keiner sprach auch nur ein Wort, und keiner traute sich weiterzugehen; denn es war gerade, als stiegen wir in eine schauerliche, todbringende Grotte hinab. Kurz vor uns wußten wir den fürchterlichen Feind, dem in die Hände zu fallen ein entsetzlich grausames Los war.
Otto Jäger,
ehem. Unteroffizier in der Kaiser!. Schntztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Gotha i. Thüringen.
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„Aber vorher müssen noch viele andere Bestien dran glauben!"
Bei der Abteilung von der Hehde am 1l. August 1904.
(5. Kompagnie, Hauptmann Puder.)
Am Morgen des 11. August staud unsre Abteilung, nach anstrengendem Nachtmarsche, etwa 15 Kilometer südöstlich des Waterberges in Gefechtsbereitschaft. Langsam, nach allen Seiten spähend, bewegt sich die ausgeschwärmte Schützenlinie vorwärts. Hinterher folgen die Pferdehalter mit den Reittieren. Aber die Werft, gegen die sich unser Angriff richtet, ist verlassen.
Oberleutnant von Lekow sprengt nun mit einer AufklärungsPatrouille gegen Waterberg. Nach kurzer Zeit hören wir Gewehrfeuer; die Patrouille ist angegriffen worden und kehrt schleunigst zurück. Oberleutnant von Lekow bezeichnet die Stellung des nahe vor uns liegenden Gegners. Nach einigen Minuten hat die Artillerie eine günstige Aufstellung gefunden und schickt den Schwarzen ihre eisernen Morgengrüße hinüber. Große Staubwolken und Geschrei von drüben zeigen uns auch sofort an, daß die Treffer unserer Artillerie nicht ganz einzeln sind. So schnell, wie es nur Eingeborenen möglich ist, verschwand dann der Gegner im dichten Busch. Jetzt ließ sich auch Kanonendonner von verschiedenen Seiten hören, ein Zeichen, daß unsere Abteilungen sämtlich am Feinde waren. Wir warteten nun weiteren Befehl des Hauptquartiers ab. Da aber keine Verbindung möglich war, rückten wir um 11 Uhr nach der nächsten
Fesselballon der Funkenabteiluna.
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