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frischem-Mut —!" sagte ich schon ganz langsam, als
2^ Tag ohne einen Trunk Wasser verstrichen waren, und noch lagen 50 Kilometer vor mir. Die letzten Kräfte wurden zusammengenommen — kaum ging's noch! „Mit
frischem-!" — Dann half auch mein Mut
nicht mehr. 500 Meter vom Lager — es war nachts 3 Uhr — blieb ich liegen — so wie einen Tag früher mein treues Streitroß. Als es Tag wurde, rief ich mir noch einmal zu: „Vorwärts — mit frischem Mut!" Und, siehe da, es ging, wenn's auch schlecht ging — verdurstend und mit wunden Füßen! Ich meldete mich — der schon verloren Geglaubte. Freude, Anerkennung bei Offizieren und Kameraden. „Eine Leistung" sagte mein Hauptmann,
„dieser Marsch von O tj o s o n d j o nach O m a tup a und zurück!"
Bei Oka Handja versagte eine Henry-Martini- Patrone, die meinem Leben eben ein Ende machen sollte. Der Hererokrieger — hm — der fiel dann, und sein Gewehr, das nahm ich mit und noch zwölf Gefangene dazu. —
Das macht frischen Mut!
An einem Streifzuge durfte ich teilnehmen, der einen Monat dauerte, und der uns in etwa 20 Erstürmungen von Werften 400 Gefangene, 50 Gewehre und 20 Stück Vieh einbrachte. Mehrfach wurde ich von meinem Hauptmann mit Transporten betraut. Jn Kaukaufeld wurde der Proviant verdammt knapp — „25 Gramm Gemüse" pro Mann und Tag. Da mußten wir uns wieder an dem „Vorwärts mit frischem Mut!" erquicken, und das ging auch; wenn auch eine andere Strophe des bekannten Gedichtes: „Viel Steine gab's und wenig Brot," manchmal in die Erinnerung trat. Wir verloren auf der Expedition zwei Drittel der Reittiere und nährten uns von Beeren und Roßsleisch. Auch dem knurrenden Btagen galt das: „Immer mit frischem Mut! Nur noch acht Tage!" Und wenn auch klapprig — wir kamen doch alle zurück aus der Steppe.
Und mit frischem Mut bin ich am 17. Januar 1907 in der Heimat eingetroffen und freue mich nun der Erinnerung an die Kriegszeit. Schwer wurde der Abschied von treuen Kameraden, aber — „immer mit frischem Mut" — auf Wiedersehen.
Max Hoffmann,
ehem. Gefreiter der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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Gefreiter Max Hanmann.
Mit „Hurra, 5. Batterie!"
Patrouillengefecht am 13. Oktober 1905 bei Zwartfontein.
Ich erhielt am 13. Oktober 1905 abends 8,60 Uhr auf die Heliographische Nachricht hin, daß ein Donkeywagen der 5. Batterie und eine Eselkarre der 3.Kompagnie zwischen Zwartfontein und Gochas von Hottentotten überfallen sei, vom Major von Estorff den Befehl, mich mit zehn Mann zur schleunigen Unterstützung der überfallenen Wagen auf den Weg zu machen. Wenige Minuten vor 9 Uhr setzte ich mich mit elf Gewehren und zwei Pferdehaltern in Marsch und ritt, über das ganze Rivier verteilt, in beschleunigter Gangart nach Zwartfontein. Da ich annahm,
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