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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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333
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Znriit rüt, als Vas Gefecht sich entwickelte, Hanvtman» van Wolf allein vor der Abteilung."

Ein treuer Bursche.

Gochas, 27. Juni 1905.

Ich bin mit meinem Hauptmann nach Südwest gegangen, und aus dem königlich sächsischen Kanonier ist ein kaiserlicher Reiter geworden. So kam ich denn mit in den Bericht über das Gefecht von Kowes, wo unsere Batterie am 17. Mai arg gelitten hat. Was von mir zu sagen ist, das hat der Herr Hauptmann von Wols schon gesagt; aber was der Herr Hauptmann selbst durchmachte, das hat er nicht mit berichtet. Und weil ich doch dabei war, so will ich's hier erzählen; denn bei Kowes, das war ein schlimmer Tag, und ich gab damals nichts mehr für das Leben meines Hauptmanns.

Zuerst ritt, als das Gefecht sich entwickelte, Hauptmann von Wolf allein vor der Ab­teilung, und als er mich dann vorrief und zur Spitze schickte, da wußten die braunen Lumpen schon, wo der Führer ritt und wie nun mal die Kerle schießen ist das fast immer der sichere Untergang des Führers. Na, Mühe genug haben sie sich auch gegeben; denn einmal schössen sie dem Hauptmann durch die Feldflasche, wo zum Glück nicht mehr viel drin war, und zweimal durch den Gewehrschuh. Dann wurde ihm seine schöne Browningpistole durch einen Schuß vom Gürtel gerissen. Und als wir zurück mußten, da Pfiffen die Kugeln, sobald der Herr Hauptmann sich nur zeigte. Die Lumpen behielten ihn immer im Auge. Und gegen Schluß des Gefechtes, als sie schon Patronen sparten, und wir schon aufhörten, zu feuern, und aufrecht gingen, flogen sofort wieder die Kugeln, wenn der Hauptmann sich aufrichtete. Ein