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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Orlog im Südwesten.

1. Im Süden von Südwest Rumort's! Man feuert fest,

Dieweil der Hendrik klein Möcht' Herr in Windhuk sein.

An alle Hottentotten

Schickt Hendrik seine Boten:

Herbei in Wehr und Waffen!

Wir werden das schon schaffen!

Wie herrlich wär's geworden,

Wenn Dentschmann blieb im Norden, In Windhuk wir gesessen,

Die Wampe vollgefressen!"

2. So ähnlich sollt' es kommen, Hatt' Hendrik vorgenommen.

Und eh' man fich's gedacht,

Hat Orlog er gemacht,

Die Farmer totgeschlagen,

Die Habe fortgetragen.

So, dacht' der Hottentott',

Wär's recht vor Welt und Gott. Trotha läßt fich's nicht bieten, Schickt Truppen nach dem Süden, Das 2. Regiment,

Daß Deimling mach' ein End'.

3. Im Kub war viel Proviant, Dem Hendrik wär's bekannt.

Er ruft die gelbe Rasse Zu einem kleinen Spaße:

Wir nehmen die Station (Er glaubt, er hat sie schon!)

Und fressen uns recht voll!" Manasse meint:Jawohl!"

Bald kracht's zu aller Schrecken Im Kub an allen Ecken!

Bedenklich sah's schon aus--

Die 7. warf sie 'raus!

4. Um Rietmont zu verschonen Vor unseren Kanonen,

Bestimmt der Hendrik jetzt,

Wird Naris stark besetzt.

Als unsere Kolonne Bei heißer Mittagssonne Durch Naris sollte ziehn Direkt nach Rietmont hin:

Bautz!" fing es an zu krachen,

Das war nicht mehr zum Lachen. Doch Hendrik, warte nur,

Wir komm'n dir auf die Spur.

5. Es dauert auch nicht lange,

Da ward ihm doch schon bange;

Die 7. Kompagnie

Geht drauf, man glaubt nicht wie! Geschosse der Kanonen Und unsre blauen Bohnen Die treffen ihn zu dicht,

Das paßt dem Hendrik nicht.

Hört Hottentottenleute,

Wir machen kehrt für heute!"

Es war, eh' man's versah,

Vom Schweinpack nichts mehr da!

6. In Rietmont angekommen, Das Nest war bald genommen,

Und dannMarsch, marsch!" hinaus Nach Gochas rissen s' aus.

Was wir in diesen Tagen Marschiert, 's ist nicht zu sagen.

Den Schlaf wir holten ein Sodann in Kalkfontein.

Da kamen beßre Zeiten,

Brauchten nicht Hunger leiden.

Rum gab's Tabak dazu,

Dann pflegten wir der Ruh'!

7. Doch mit des Jahres Wende Nahm auch die Ruh' ihr Ende,

In der Silvesternacht

Hat's fürchterlich gekracht.

Beim Donner der Geschütze Und bei des Himmels Blitze Hieß es in unsrer Schar:

Viel Glück zum bleuen Jahr!"

Wie wir im Patsch gesessen,

Wird keiner mehr vergessen.

Nicht Punsch, nicht Grog, nicht Bier! Im Feuer liegen wir.

8. Die nächste Wasserstelle Besetzte Hendrik schnelle.

Bei Nabas saß er lange Zu unserem Empfange,

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