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10. März 1905 den Tod gefunden.
Morenga selbst, der erfolgreichste unserer Gegner, hatte einen Hinterhalt gelegt. Die deutschen Reiter, welche den zurückgehenden Hottentotten auf eine Höhe folgten, erhielten auf die nächste Entfernung von den ain jen seitigen Hange eingegrabenen Schützen vernichtendes Feuer. In wenigen Minuten war Hauptmann Kirchner und fast die Hälfte seiner Abteilung außer Gefecht gesetzt.
Der Prinz besuchte am Morgen die Kampfstütte, welche uns einen tiefen Eindruck hinterließ. Die Schützengräben der Hottentotten, die schnell aufeinandergelegten Klippen unserer Reiter, und die dort liegenden zahlreichen Patronenhülsen gaben ein klares Bild vom Verlauf des Gefechtes. Deutlicher noch kennzeichneten den heißen Kampf die aus Steinhügeln bestehenden Grabstätten der Gefallenen, die sich zum Teil in trauriger Verfassung befanden. Der Felsboden hatte die Anlage tieferer Gräber verhindert, die Klippen waren von Raubtieren aus- einandergeworfen, und die Gebeine blvßgelegt. Die weite Entfernung von einer Station und die Orlogszeit hatten bisher eine Wiederherstellung der Gräber verhindert.
Nun ordnete der Prinz an, daß die Überreste von neuem bestattet würden; wir alle halfen mit, und bald war dieser traurigen Pflicht genügt.
Dann wurde der Weitermarsch angetreten.
Lange noch standen uns das schmucklose Hvlzkreuz und die einfachen Ruhestätten der fern der Heimat, aber auf deutschem Boden mit ihrem Führer gefallenen tapferen Reiter vor Augen.
Roosen,
ehem. Oberleutnant in der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
Wie sieht unsere Kolonie aus?")
l.
Landung.
Am 29. August 1904, vormittags, tauchten aus dem dicken Nebel, der unser Schiff („Wittekind") umgab, allmählich ein halbes Dutzend dunkler Schisfsrümpfe hervor, und voller Spannung erwartete ich jeden Augenblick die afrikanische Küste zu sehen. Wir waren vor Swakop- mund angekommen. Ich hatte mir schon aus vielen Büchern und auch aus den Erzählungen eines ehemaligen Schutztrupplers von dem Lande, für welches ich viel Interesse hatte, eine Vorstellung gemacht. Ich war aber etwas enttäuscht, als mittags der Nebel wich und die verstreuten
Gefechtsfeld bei A»l>. Ist. März 1905V-
-) Vgl. Artikel S. 153.
Aus den eingehenden Mitteilungen, besonders den vortrefflichen Naturschildcrungen des Vize- wachtmeisters Karl Frydrychowicz, können leider, des Raumes wegen, nur einzelne Auszüge mitgeteilt werden, die aber dennoch des Interessanten genug bieten. (D. H )
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