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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Weite, dicht mit Busch und Gras bewachsene Flächen, unterbrochen von kleinen Wäldern; um säst jede Wasserstelle grünte ein einige Quadratkilometer großes Wäldchen. Okau ha hatte wahre Baumriesen. Es werden sicher ganz falsche Ansichten über das Sandfeld herrschen; von einer Wüste kann hier nicht im geringsten die Rede sein, im Gegenteil, eine für Großviehzucht sehr geeignete Steppe mit viel Baum-, Strauch- und Graswuchs ist vor­handen. Die Weide ist hier unerschöpflich und wurde bisher niemals, trotz des Krieges, abgeweidet. Außer den natürlichen Wasserstellen, habe ich viele Senkungen, wo durch Brunnenbau Wasser erschlossen werden kann, gesehen. Viele Wasserstellen sind sogar für Ackerwirtschaft geeignet, Gärten können überall angelegt werden. Auf unserem Marsch Passierten wir Oparakane, Eware und Okawehonina, alles sehr schöne Wasserstellen, besonders Oparakane mit einer Menge nebeneinander liegender Teiche, ringsum fruchtbarer schwarzer Boden, und ein sehr schönes Wäldchen mit riesenhaften Akazien. Der Wildreichtum ist außerordentlich; Springbock- herden von mehreren Hundert Stück, Strauße, Hasen und verschiedene Arten von kleinen Antilopen kreuzten unsern Weg. Auch waren Kudus, Hartebeester, Wildebeester und Zebras in großen Mengen vorhanden. Wir kamen jetzt in das Gebiet, wo die Reste des FeindeS ruhelos von einer Wasserstelle zur andern verfolgt wurden. Auf dem Marsch von Eware nach Owinaua-Naua sahen wir nördlich vom Wege, etwa ein Kilometer entfernt, Staub und auch undeutlich Gestalten, Und als wir die Ferngläser dorthin richteten, erblickten wir zu unserm Erstaunen eine große Herde Vieh und mehrere Hundert Menschen eiligst nach Westen ziehend, jeder trug ein Bündel Habseligkeiteu auf dem Kopf und die meisten Männer ein Gewehr. Die Hereros, denn solche waren es, hatten uns auch erblickt, blieben zum Teil stehen; da sie aber eine größere Truppe vor sich vermuteten, beschleunigten sie ihre Flucht noch mehr, wahrscheinlich werden sie auch keine Patronen mehr gehabt haben.

VI.

Wie sieht es bei Epukiro aus?

Wir bekamen Befehl, nach Epukiro zu marschieren. Es galt hier, den ganzen Tele­grammverkehr der operierenden Truppen zu bewältigen. An jeder Wasserstelle sah man

die auf Platt­formen in den höchsten Baumkronen aufgebauten Signalappa­rate. Auf dem Marsch nach Epukiro pas­sierten wir Sturmfeld; eine sehr schöne Wasserstelle mit ziemlich großem Wäld­chen und aus­gezeichnetem Wasser. Die Farm war leider verlassen

Bleu im Lanöseld.