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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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Episoden aus den Kämpfen am Waterberg.

i.

Ohne Flagge!

Für den Hauptangriff hatte Exzellenz von Trotha den 11. August 1904 fest­gesetzt und in seinen Bestimmungen gesagt, daß jede Abteilung eine farbige Flagge zu führen habe: unsere Ostabteilnng blau, Nordabteilung grün, Westabteilung rot, Süd­abteilung gelb. Auf die deutschen Flaggen sollte geschossen werden, weil es bekannt ge­worden, daß die Schwarzen, mit deutschen Flaggen versehen, häufig in Sicherheit abzogen, wenn des dichten Busches wegen auf weite Entfernungen nichts zu sehen war als Staub­wolken und Flagge.

Während der Kämpfe bei Hamakari, 11. August, kam Herr Hauptmann von Klitzing der 9. Kompagnie zu unserm Maschinengewehr und sagte, wir sollen aufpassen, er habe Reiter gesehen, die in der Nähe herumschlichen. Ringsumher breitete sich dichter Dornbusch aus. Es dauerte nicht lange, da bekamen wir unter dem Gebüsch Pferdefüße zu sehen, weiter nichts keine Flagge. Das Gewehr begann zu feuern, und wir dachten, wir hätten einige von den Schwarzen erwischt, leider war es aber eine zurückgedrängte Patrouille der Unseren. Der An­führer, Leutnant Freiherr von Matter^), wurde schwer verwundet, einem Manne ein Bein abge­schossen, ein anderer am Unterleib verwundet, letzterer starb noch in der Nacht. Die ersten beiden sind nun ausgeheilt einer kam glücklich davon. Alle vier Pferde wurden erschossen. Als der Leutnant verbunden wurde, ließ er unsern Gewehrführer kommen und bat ihn um Ver­zeihung; denn der Gewehrführer hätte schießen müssen, weil er, der Leutnant, dem Befehl, die Flagge zu führen, nicht nachgekommen sei. Der Führer habe keine Schuld."

II.

Zur rechten Zeit!

-- Am Nachmittage (11. August 1904)

gingen Reiter Becker und Haßhagen von der Maschinen­gewehrabteilung, um von den Fahrzeugen Munition zu holen.

Als sie bei der Artillerie vorbeikamen, sahen sie, daß bei zwei Geschützen die ganze Bedienung verwundet am Boden lag, und die Schwarzen schon nahe den Geschützen waren.

Schnell entschlossen sprangen beide an ein Geschütz, bei dem nur noch der Führer war, und fingen an zu feuern. Da wurde den Schwarzen angst und bange, und sie mußten zurück.

Becker hatte bei der Artillerie gestanden und wußte mit Geschützen umzugehen!"

III.

Sie kannten Januschefski nicht!"

Während des Kampfes versagte nach längerem Schießen ein Maschinengewehr es mußte eiu frischer Laus eingezogen werden. Als die Schwarzen sahen, daß das Gefreiter J»iet>!> Krüaer.

0 Bgl dessen Bericht L-. 2L8.

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