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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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vonKoppy die Stellungen des Gegners stürmen und drang mit der Abteilung gegen den Nordeingang der Schlucht vor. Der Gegner wich in nordöstlicher Richtung aus, da die Abteilung von Kamptz, bei der sich der OberstDeimling befand, den Nordaus­gang der Schlucht bereits erreicht hatte. Wegen Ein­bruch der Dunkelheit mußte das Gefecht abgebrochen werden. Über 700 Stück Großvieh und etwa 6000 Schafe kamen durch dieses Gefecht in unsern Besitz. Die Verluste des Gegners waren bedeutend. Als am Abend des 11. März durch die Heliographen Ver­bindung mit der Abteilung von Kamptz hergestellt war, konnte Hauptmann von Koppy dem Oberst Deimling melden, daß die Wasserstelle Narudas in seinem Besitze sei.

III.

Fischfluß.

Als Hauptmaun vonKoppyim Mai 1905 auf dem Marsche nach Holoog war, um die dort befindliche Heliographenstation, die von Hottentotten überfallen war, zu entsetzen, erhielt er den Befehl von Kcetmannshoop, mit seiner Kompagnie die Verfolgung des Bethanier- kapitänS Cornelius, der sich nach Süden gewandt hatte, aufzunehmen. Die Farm Jnachab hatte dieser gänzlich ausgeplündert. Von hier aus sandte Hauptmann von Koppy ihm eine Patrouille nach, die seinen Verbleib feststellen sollte. Diese Patrouille stieß am Nabasrivier auf den Gegner und mußte sich nach kurzem Gefecht zurückziehen. Als Haupt­mann von Koppy mit der Kompagnie am Nabasrivier eintraf, war der Gegner in eiliger Flucht abgezogen und hatte sich dem Fischflusse zugewandt. Wir nahmen sofort die Verfolgung auf. In dem unaufhörlichen Felsgeröll des Flußbettes folgten wir den Spuren des Feindes, eingeschlossen an beiden Usern durch hohe, steile Felsenwände. Proviant war fast nicht vorhanden. Endlich, nach viertägigem, anstrengendem Marsche erreichten wir am 26. Mai, morgens gegen 3 Uhr, den Gegner, der sorglos am Fischfluß lagerte. Mit 45 Reitern war Hauptmann von Koppy der nur 96 Gewehre starken Abteilung vorausgeeilt und konnte so fast unbemerkt bis nahe an die feindliche Stellung heran. Der Überfall glückte vollkommen. Schnell brachte er die starke Patrouille auf einer Anhöhe in Stellung und ließ die von dort sichtbaren Lagerfeuer, um die herum alles geschlafen hatte, unter Feuer nehmen. Nur ein kleiner Teil des Gegners hielt bis zum Morgengrauen stand. Nach Tages­anbruch machte dieser einen Versuch, sein verlorenes Vieh wiederzugewinnen, wurde aber mit Unterstützung des inzwischen eingetrofsenen Restes der Abteilung und den Gebirgsgeschützen erneut zurückgeworfen und wandte sich in wilder Flucht dem Fischflusse zu. Gegen 100 Stück Großvieh, 90 Pferde, 700 Schafe und 15 Gewehre wurden erbeutet.

IV.

Hartebeestmund.

Im Oktober 1905 mußte Hauptmann von Koppy auf Befehl Sr. Exzellenz des Generalleutnants von Trotha mit seiner Abteilung, etwa 250 Gewehre, 3 Gebirgsgeschütze

Hauvtmlin» W. Von Kovvv.