424
Alte Landungsbrücke in Lüderitzbucht.
» ^
immer zur Linken liegen, um bald wieder, den südlichen Hang gewinnend, auf langer Fahrt über eine große Hochebene, die mosaikartig wie mit kleinen Steinchen gepflastert war, den Swakop zu erreichen. Hier hielten wir die erste Rast bei der Station Haigamchab und wurden von dem Stationsleiter, einem alten Feldwebel, sehr gut ausgenommen. Unterwegs hatte ich Gelegenheit, mehrere Springböcke und Blauböcke zu schießen. Am nächsten Tage fuhr ich weiter nach Salem. Oberleutnant von Livonius verließ mich. Er hatte eine Kompagnie im Norden erhalten. Über Dorstrivier-Mund, Kubas, Ubib, Habis kam ich nach Usakos, wo ich bei dem Chefingenieur der Otawi-Minen- und Eisenbahngesellschaft eine äußerst liebenswürdige Aufnahme fand. Seine Frau bereitete uns noch an demselben Abend den von mir geschossenen Pauw (Trappe) und eine Straußenleber zu (die schönsten Federn hatte ich ihr mitgebracht). Der Postdirektor von Karibib beteiligte sich an dem Mahl und dem danach folgenden Trunk angelegentlichst.
Mich erwartete der telegraphische Befehl zur sofortigen Rückkehr nach Swakopmund. Da die Bahn von Usakos nach Karibib noch nicht fertig war, fuhr ich mit meiner Esel- karre und den beiden schwarzen Boys nach Karibib, übernachtete dort in dem Hotel Nubien, fuhr am folgenden Tag nach Jakalswater und den nächsten Morgen nach Swakopmund zurück.
II.
Lüderitzbucht im Jahre 1904.
Hier erhielt ich den Befehl, am nächsten Morgen mit der Eisenbahnbaukompagnie Nr. 1 nach Lüderitzbucht abzudampfen, um dort als Etappenkommandant die Geschäfte zu übernehmen, wozu mir die Eisenbahnbaukompagnie in technischer Beziehung unterstellt wurde.
Nach 36 Stunden sehr stürmischer Fahrt langten wir in Lüderitzbucht an.
Die Ausbootung geschah in dem alten Hafen bei starkem Südweststurm; die Hälfte unserer Leute war seekrank.