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„Im stärkste» Feuer kam plötzlich unser Hauptmann auf seinem Schimmel auaesvrennt: ,Schiebt mir Sie Kerls herunter!' rief er mit mächtiger Stimme."
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seinem Schimmel angesprengt. „Schießt mir die Kerls herunter!" ries er mit mächtiger Stimme, und fort war er, zur Kompagnie zurück. Mit „Hurra!" ging es im Sturmlauf auf den im Busch und hohen Grase liegenden Gegner, der sich auf 30 Nieter herangeschlichen hatte. Ein Geschoßhagel Prasselte uns entgegen, aber wir gaben's ihnen reichlich aus acht Gewehren zurück. Da sank rechts von mir Unteroffizier Otto, in den Kops getroffen, tot ins Gras nieder. Ein Paar Minuten später brach auch Unteroffizier Prüß mit den Worten „Jllgen, wir wollen —" zusammen, weiter kam er nicht, ein kurzes Stöhnen, auch er war tot. Unterdessen war es 2 Uhr nachmittags geworden, die Sonne brannte fürchterlich! Keinen Tropfen in der Feldflasche. Der Feind erhielt dauernd Verstärkungen — die Orlogleute der Außenwerften waren noch vom Omarnrurivier eingetroffen. Da — Hufschlag! erleichtert atmen wir auf. 14 Mann Verstärkung unter Führung des Wachtmeisters Wesch! Noch ein mörderisches Schnellfeuer, und der Feind war niedergekämpft! Schnell setzten wir die Verwundeten auf Pferde, und vorwärts ging's; kaum waren wir 100 Meter vorgerückt, als wir von neuem angegriffen wurden. Runter vom Schlachtroß, und die Pad freigemacht, war das Werk weniger Minuten. Unbehelligt langten wir jetzt in der Kaserne an, wo die Kompagnie schon eingetroffen war, und die der tapfere Stabsarzt Dr. Kühn mit einem Dutzend Männer so heldenhaft gehalten hatte!"
Max Jllgen,
ehem. in der 2. Feldkompagnie der Kaiser!. Schutztruppc f. D.-Südwestafrika,
z. Zt. Maltahöhc.
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Deutsche Reiter in Südwest.
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