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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika ; nach persönlichen Berichten / bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe
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WM

Dieser Bau wird eine Flut von Menschen nach Swakopmund führen, der Häuser­komplex wird sich verdoppeln, Geld- und Warenumsatz werden sich verzehnfachen, Handel und Verkehr, Kaufmanns-, Handwerker- und Farmerstand in nie geahnter Weise aufblühen.

Gesunden, unternehmungslustigen und fleißigen Handwerkern und Arbeitern mit kleinem Kapital kann nur geraten werden, ihren Wirkungskreis nach Swakopmund zu ver­legen, sie werden es nicht zu bereuen haben.

Mut und Fleiß, deutsche Kraft und Treue werden, wie schon immer in der Welt, auch hier zum Ziele gelangen. Langsam, aber sicher!

M. Psannschmidt,

Königl. Bekleidungsamts-Assistent, ehem. in der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

Wie sich unsere Offiziere sehnten und drängten, an den Feind zu kommen,

dafür spricht folgende miterlebte Episode:

Leutnant d. R. Dauben von der 1. Feld­batterie des Hauptmanns von Oertzen wurde beim Vormärsche von Karupuka gegen den Water- berg typhuskrank, und da sein Zustand bereits besorgniserregend war, sollte er in das Feldlazarett Otjosongombe zurückgeschickt werden. Unterwegs hört er durch einen Zufall, daß seine Abteilung am Abend aufbrechen will, um bei Otjatjin- genge gemeldete Hereros zurückzuwerfen. Leutnant Dauben verläßt seinen Krankenwagen, meldet sich bei dem den Wagenzug führenden Offizier trotz dessen energischen Widerspruches gesund und kommt am Abend zur Abteilung von Estorff zu aller Verwunderung hoch zu Pferde zurück. Leutnant Dauben ist wenige Tage später im La­zarett zu Grootfontein (Nord) am Typhus ge­storben.

gez. Muther,

Oberleutnant Z im Jnfanterie-Regt. Nr. 76.

Oberleutnant Muther.

WW

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Aus dem Versolgungsstreiszuge des Hauptmanns Klein.

Nach der Vertreibung des Feindes von der Wasserstelle Orlogsende beschloß Hauptmann Klein, mit nur 25 Mann die Verfolgung aufzunehmen, da die Wasserversorgung für eine größere Truppe eine Unmöglichkeit gewesen wäre. Zuerst zogen wir in östlicher

i) Oberleutnant Muther war damals Adjutant des Majors von Estorff.